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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Joachim Friedrichs Nachfolger, der Kurfürst JohannSigismund war eben auf der Reife nach Preußen be-griffen, wo feine Gegenwart sehr nörhig war, als seinVater starb, und deshalb übertrug er dem StatthalterAdam Gans Edlen von Putlitz, die Huldigung zu Berlinin seinem Namen anzunehmen. Uebcrhaupt war der Kur-fürst selten eine lange zusammenhangende Zeit hier anwe-send; bald riefen denselben die Angelegenheiten des ihmzugefallenen Hcrzogthums Preußen nach Königsberg undWarschau, bald machten die Handel der Jülich-KlevcschcnErbschaft Reisen und Feldzügc des Kurfürsten am Rheinnothwcndig, und endlich auch erforderten die Verhandlun-gen der protestantischen Union einigemal feine Anwesenheitin Obcrdcutfchland. Bei dieser Lage der Dinge verlor dieHauptstadt immer mehr von der Heiterkeit und dem Glänze,wodurch sie unter den letzten Regierungen sich ausgezeichnethatte. Obgleich der Krieg wegen Jülich sich auf die Rhein-gegcndcn und Wcstphalen beschrankte, so erfuhren glcichwoldie Marken und insbesondere auch die beiden ResidenzstädteBerlin und Köln das Ungemach kriegerischer Zeiten. Ste-hende Truppen hatte man damals noch nicht, sondern beivorkommenden Fcldzügcn, oder Wahrscheinlichkeit eines her-annahenden Krieges wurden Soldaten in und außerhalbLandes geworben, und wenn man sie nicht mehr brauchte,so hatten diese freigelassenen Söldner das Recht, sich ihrenUnterhalt zu erbetteln, bis sie einen anständigen Lebens-unterhalt .fanden oder man wieder ihre Dienste brauchte,und zogen unterdessen, sogar Kraft kaiserlicher Privilegien,raubend und stehlend im Lande umher. In den Städtenwüthctcn ansteckende Krankheiten, damals unter dem all-gemeinen Namen von Pest bezeichnet, wodurch im 1.1613der Kurfürst bewogen wurde, mit seinem Hofe und denvornehmsten Beamten vom Schlosse zu Köln nach Frcien-waldc sich zu begeben.

Alles dieses Ungemach wurde um so schmerzlicher em-pfunden, da um dieselbe Zeit, wo die politischen Begeben-