schicdencn Bürgern Gärten vor dem Gcrtraudtcnthore, dieer gleichfalls der Kurfürstin auf Lebenszeit gab, um dar-aus einen Lustgarten zu bilden.
Wahrscheinlich hat man schon unter Joachim FriedrichsNegierung angefangen mit den Haaren Luxus zu treibenund sich der Perücken zu bedienen, da die damaligen Theo-logen gegen diesen Gebrauch der falschen Haare heftig eifer-ten , wie solches aus einer im 1.1605 erschienenen Predigtzu ersehen ist, wovon König in seiner Schilderung von Ber-lin spricht i).
Von den Sitten dieser Zeit gab übrigens der Kurfm-stJoachim Friedrich kein günstiges Zeugniß. Denn als ihmnoch in den letzten Stunden seines Lebens die Klage wegeneines zu Fürsienwalde verübten Mordes überbracht wurde,rief er mit zum Himmel emporgehobenen Händen aus: Ach,lieber Gott, wie wird das Todtschlagen und die Wollustso allgemein, Gott muß das Land strafen. Diese Klagewird wenigstens zum Theil in Hinsicht Berlins durch einErcigniß gercchtfcrtiget, welches Haftitz berichtet. Am 21.Mai 1(M wurde Nachmittags um 2 Uhr in der Hciligen-Geiststraße in einem Zweikampfe Malthe Wispert, ein deut-scher Edelmann, von Andreas Rctzdorf, den er geforderthatte, erstochen, und sehr merkwürdig ist es für die dama-lige Zeit, daß man nicht daran dachte, dein Erstochenenein anständiges Bcgräbniß zu verweigern, sondern vielmehrseinen Leichnam cinbalsamiret und in einem wohlvermachtcnSarge in dem Domstifte begrub 2).
kaufte der Graf Schlick von Passau im I. 1606 dem Sohn des Kur-fürsien, dem Markgrafen Johann Georg, und so sielen sie dem Kurfür-sten wieder anHeim. Als aber im I. 1618 der große Kurfürst denMarstall vom Schlosse nach diesem Hause verlegte, ist das Ganzevon No. 31 — 37. kurfürstlicher und dann königlicher Stall mit zweibedeckten Reitbahnen geworden, wie wir es unten näher sehen werden.
1) König, Th. I. S. 16l.
2) Wissen, 1820. S. 196- 197.
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