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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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den mußte, wurde dieses Vorwerk, das von der Friedrichs^städtischen Seite an den Thiergarten, und an die Landstraßevon Köln nach Spandow da grenzte, wo jetzt der Haus-voigtciplatz ist, zum neuen Jagcrhof (ObcrwallsiraßeNo. 10 und 11.) gewidmet und gab späterhin den bei-den Jägcrstraßcn i) ihre Namen. Den zu diesem Vor-werke gehörigen Acker verlieh der Kurfürst seiner zweitenGemahlin, der Kurfürsiin Eleonore, Tochter des HerzogsAlbrccht Friedrich von Preußen zu ihrem Vorwerke imThiergarten an der Spree, unweit des Exerzierplatzes. Zu-gleich kaufte er von dem Grafen Schlick von Passau diePlätze in der breiten Straße, wo jetzt die Häuser der Rit-ter-Akademie No. 0234. stehen 2), so wie auch von vcr-

1) Die beiden Jägersiraßen sind erstens die alte Jäger straße,Vinter dem ehemaligen Jägerhofe, von der Niederwallstraßc zur .Zur-straße, die andere oder große Jägerstraße, von der Kurstraße zurMauerstraße.

2) Der kurfürstliche Geheiinerath, Graf Schlick von Passan hatsich unter Joachim Friedrich große Verdienste um die Landwirthfchafterworben, indem er auf dem Wedding die Wirthschaft nach böhmischerArt einrichten ließ, eine Schäferei daselbst errichtete und dadurch wiederdie Schafzucht gehoben haben soll. Da nun der am Eingang der brei-ten Straße im 15ten Jahrhundert erbauete kurfürstliche Marstall bau-fällig geworden war, so schenkte der Kurfürst solchen dem Grafen,der noch dazu ein NebenhauS kaufte und ein neues HauS bauen ließ,wo jetzt No. 2b und 27 stehen; späterhin acquirirte er noch die Plätzevon No. 32 34. Letztere kaufte Joachim Friedrich im I. 1604 deinGrafen wieder ab, und verlieh diese Grundstücke seiner Gemahlin Eleo-nore auf Lebenszeit. Dieses Haus sammt dessen Umgebungen behieltendie folgenden Kurfürstinnen, und noch im I. 1641 besaß es die Herzo-gin Anna Sophia von Braunschweig, geborne Prinzessin von Branden-burg; es hieß der Kurfürstinn Haus. Von da an blieben dieGebäude, welche auf den Höfen noch gröfitcnthcils in ihrer Alterthüm-lichkeit da stehen, lange Zeit unbenutzt, bis König Friedrich Wilhelm 1.das Haus No. 34. dem Stallmeister Franz zu einer Reitakademie gab.Unter Friedrich Wilhelm II. ist die Faxade No. 3234 neu gebauetworden, so wie die auf dem Hofe bcssndliche Reitbahn, in welcherkönigl. Stallmeister Unterricht im Reiten gaben. No. 36 und 37 vcr-