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in allen Brandcnburgischcn Landen die evangelische Lehrenach der Augsburgischcn Konfession ohne Einmischung derkatholischen und reformirtcn Glaubenslehren, erhalten wer-den sollte; im I. 1608 nahm er eine große Veränderungmit der berlinischen Domkirchc vor, welche er zur Käthe-dral- und Oberpfarrkirche erklären ließ, indem er zugleichdie aus den katholischen Zeiten noch vorhandenen Bilder,die überflüssigen Bekleidungen der Geistlichen bei Verwal-tung ihres Amts, so wie die Prozessionen und Bischofs-mützen abschaffte, und die Zeremonien verminderte. Zurbessern Führung des Wcltregiments errichtete Joachim Frie-drich am 2',. December 1604 das geheime Rathskollegiumoder den geheimen Staatsrath, dessen ersten Mitglieder derGraf von Schlick; der Kanzler von Löben; von Wallcnfeld,von Dieskau; der Vicckanzlcr von Benekendorf, Dr. Prück-mann, Pistoris und Johann Hübncr waren. Mit gleicherThätigkeit sorgte er für Aufnahme des inländischen Han-dels durch ncuangclegtc Kanäle, und stiftete, ein gründli-cher Kenner und Beförderer der Wissenschaften, im 1.1607das in der Folge nach Berlin verlegte Gymnasium zu Jva-chimsthal für 120 Zöglinge, welche freien Unterricht undBeköstigung erhielten.
Am Schlosse ließ der Kurfürst von 1604 bis 1607nur einige nöthigc Reparaturen machen und unbedeutendeErweiterungen vornehmen, und zwar durch die Mauermei-stcr Jcdcmann, Zcncker und Zicnichen und die Zimmer-meisicr Scheck) und Eßlingen — Auch der Hof behielt imGanzen dieselbe Einrichtung als unter der vorigen Regie-rung, nur fehlten die großen Feste, Turniere, Ringclrcnncnund kostbaren Feuerwerke, theils weil nicht fo häufige Fa-milien-Ereignisse, als zu Zeiten Johann Georgs, dazu Ge-legenheit gaben, theils weil die politischen Verhältnisse, zu-mal nach dem Ausbruche des jülichschcn Erbfolgestreits, im-mer ernsthafter und bedenklicher wurden.
Nur ein einziges geräuschvolles Schauspiel sahen dieEinwohner der Residenzstadt während dieser Regierung,
näm-