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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Wein- und Vierhäfen dazu benutzt wurden. Eine dernächsten Folgen davon für die Mark war, daß der Wein-bau bedeutend in diesen Gegenden abnahm, zumal da inPolen, Rußland und Schweden, wohin viel märkischerWein bis zu der Zeit abgesetzt worden war, das neue gei-stige Getränk großen Beifall fand und den Genuß desWeins sehr beschränkte i).

Die Einwohnerzahl von Berlin und Köln wird imI. l 500 zu lAiOO angegeben. Daß die mcdicinischcn An-stalten damals noch nicht vorzüglich gewesen sein müssen,obgleich eine Apothckcrtapc im I. 1574 angcfcrliget, dieApotheken in Berlin von Zeit zu Zeit untersucht wurden,und auch schon ein Physikus angestellt war 2), gehet dar-aus hervor, daß im I. 1508 als die Pest wieder in derMark wüthcte, der vierte Thcil der berlinischen Bewohneran der Seuche starb, lind bei dem Tode des JohannGeorgs man die Bevölkerung nur höchstens zu 0000 See-len annehmen kann.

0) Berlin und Köln in der ersten Hälfte desXVII. Jahrhunderts, unter Joachim Frie-drich (15081508), Johann Sigismund(16081610), und Georg Wilhelm (16101640).

Iii der kurzen Regierung des Kurfürsten JoachimFriedrich veränderte sich die Gestalt von Berlin nicht be-deutend, nur die Bevölkerung nahm etwas zu, und manrechnete im 1.1608 an 11000 Einwohner in beiden Städten.

Kaum hatte der Kurfürst, den 1l. Februar 1508, zuBerlin die Huldigung angenommen, als er eine Kirchen-untersuchung im hiesigen Domstiftc verordnete, im I. 1600eine Visitationsordnung herausgab, in der er festsetzte, daß

1) Wilken, 1820. S. 191192.

2) König, Schild, von Berlin, Th. I. S. 1Z9.