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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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hundert arme Studircude verbesserte, fristete er im I. 1574vermöge der Vereinigung der beiden Schulen zu St. Niko-lai und St. Marien, die große Landschule, das berlini-sche Gymnasinm späterhin genannt, und räumte dieserAnsialt den Thcil des ehemaligen Franziskancrklostcrs, zwi-schen der Kirche und dein jetzigen Lagerhaus.', KlosicrstraßeNo. 73, ein, daher die Schule zuerst die Landschule oderdas Gymnasium zum Grauen Kloster hieß. DerBürgermeister Joachim Steinbrecher verwandt^ große Müheum die Einrichtung der Klassen, und am listen Juli 1574wurde das Gymnasium durch den berühmten KanzlerLambert Distelmcycr feierlich eingeweihct. Es hatte schonin den ersten Jahren über 500 Schüler auf einmal, welcheman in sieben Haufen abtheilte, mit 13 Lehrern, von denender erste, Rektor und Professor der Theologie und Aufseher derganzen Anstalt sein sollte. Im I. 1570 ließ der Kurfursieine Schulordnung verfertigen, schenkte aber das Gymna-sium mit seinen Gebäuden, und die an dieselben stoßendeKirche, dem Magistrate i).

Zu den Dichtern, Geschichtsschreibern und gelehrtenStaatsmännern, die wir in der Geschichte Berlins unterJoachim II. genannt, und die ebenfalls zur Zierde der Re-gierung des Kurfürsten Johann Georgs beigetragen haben,können wir noch Christian Distelmcycr, Sohn des hoch-verdienten Kanzlers Lambert Distelmcycr, hinzufügen, derseinem Vater im I. 1588 in der Kanzlcrwürde folgte, unddieselbe unter dem Kurfürsten Johann Georg und, nacheiner zehnjährigen Untcrbrcchlmg, wieder unter Johann Sieg-mund bis zu seinem Todesjahr, 1612, verwaltete 2).

1) Nicolai, Beschreib, von Berlin. Th. II. S. 737.

2) In der St. Nikolaikirchc befinden sich neben dem Marc zweiGedächtnißtafeln der Distelmeyerschen Familie. Ganz ähnlich in ihrenUmrissen, zwischen den Pfeilern des hohen Chors und der Wand, inziemlicher Höhe rechts und links vom Altar befestiget, bilden sie eineebenmäßige und glänzende Einfassung desselben, wie hohe goldene Por-