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standen, stunden Gelegenheit sich durch die Roth der Bürgerund Beamten zu bereichern. Man brauchte sie, aber nichtsdesto weniger waren sie dem Volke verhaßt, und als Joa-chim k k., plötzlich nach einer Jagd erkrankt, zu Köpnick am3. Januar 1571 starb, so schrieb man seinen Tod einem imWeine von seinem Günstlinge Lippold erhaltenen Gifte zu,indem man ihn zugleich, dem Geiste der damaligen Zeitengemäß, beschuldigte, daß er gewußt habe durch Zaubermit-tel sich die Gunst des Fürsien zu verschaffen. Er wurde inseinem Hause in der Stralaucrstraße durch eine Vürgcrwachebeobachtet, damit er nicht davon gehen möchte, währendder Pöbel die auf dem großen Jüdenhof belegene Synagogestürmte und einige Judcnhäuscr plünderte. Lippold alsVcrgiftcr und Zauberer zugleich angeklagt, wurde auf dieFolter geschleppt, und es ward ihm das Bckcnntniß beiderVerbrechen abgedrungen. Er wurde mit dem angeblichenZauberbuchc am Halse, von dem Nathhause aus an ver-schiedenen Plätzen zehnmal mit glühenden Zangen gezwicktund auf den neuen Markt geführt, wo er auf einem Ge-rüste von Holz an Arm und Bein gerädert, dann gcvier-theilt, zum Theil an vier besonder» Galgen an den Land-straßen aufgehangen, zum Theil mit dem Zaubcrbuche ver-brannt, sein Kopf aber auf dem Georgcnthor gesteckt. EineMaus sprang unter dem brennenden Blutgerüste hervor,und der unwissende Pöbel, in einer Zeit wo Aberglauben,Wahrsagern, besessene Personen, Zauberkünste ihre häufigeLiebhaber und Anhänger hatten, sah in dieser forteilendenThiergestalt den Zaubertcufcl, der sich von dem armen Sün-der trennte i).
Als Johann Georg, Joachims II. Sohn und Nach-folger im I. 1571 zur Regierung kam, suchte er durch Ord-nungsliebe und Sparsamkeit die Schulden, womit von sei-nem Vater her die Mark belastet war, zu tilgen, und eben
so
1) Möhsm, S. 511-521.