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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
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hier verfertigten wollenen Waarcn, andere inländischeProdukte, der Vertrieb mit den an den schwedischen unddänischen Küsten gefangenen Heringen, beförderten damalseinen lebhaften Handelsverkehr und trugen zum Wohl-stande von Berlin und Köln bedeutend bei. Was durch Han-del und Wandel erworben wurde, zersplitterte aber größten-thcils wieder Prachtlicbe, Aufwand und Vergnügungssucht,wozu der kurfürstliche Hof das Beispiel gab. Besondersäußerte sich bereits eine verderbliche Neigung zum Spiele,worin Taufende verloren gingen; daher im I. 1565 eineVerordnung erging, nicht mehr als 300 fl. baares Geld,oder auf Kreide zu verspielen.

Joachims Regierung war freudenvoll und heiter; aberdie Folgen davon waren eine verstärkte Ausgabe, Vermeh-rung der Auflagen, um solche zu bestreiten, und das EndeVerlegenheiten und eine große Schuldenlast. Alle Mitteldie sein treuer und geschickter geheimer Kammerrath undRentmcister, Thomas Mathias, der zugleich Bürgermeistervon Berlin war, anwendete, reichten nicht hin um das Ue-bel abzuwenden. Der Hang zum Wohlleben führte oft beiden Vornehmem, bei den kurfürstlichen Beamten, bei denübrigen Bürgern in Berlin die nämliche Geldnvth herbei;die einzige Zuflucht die dem Landesfürsicn und seinen Un-terthancn blieb, waren die Juden. Joachim 1. hatte sieim I. 1510 aus dem Lande gejagt; fein Nachfolger dagegennahm verschiedene Familien wieder an. Sie versprachenjährlich 100 Gulden Schutzgeld zu zahlen, und zu denMünzen in Berlin und Stendal jährlich 3000 Mark Sil-ber zu liefern. Unter diesen war Jubel Hluchim Jude vonPrag, mit seiner ganzen Familie nach Berlin gezogen. SeinSohn Lippold hatte sich besonders bei Joachim II. einzu-schmeicheln gewußt, und die Stelle eines Kammerdienersund Münzmeisters zu Berlin erhalten. Noch ein andererJude Michel, der ein ansehnliches Vermögen besaß, warbei dem Kurfürsten in großer Gnade. Die übrigen Israe-liten in der Hauptstadt, die nicht mit dem Hofe in Verkehr