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nicht nur reichliches Essen und ein guter Trunk, sondern selbstein Bad, wcßwcgen nicht allein die Zahl der öffentlichenBadstuben sich vermehrte, sondern auch wohlhabende Bür-ger eigne Badstubcn in ihren Häusern hielten. Auch dieKleidung, sowohl des männlichen als weiblichen Geschlechts, ^und die mit der alt-spanischen vieles gemein hatte, wurdeüppig und gesucht; wer sich zeigen wollte, trug viel Ringe,köstliche Gürtel und allerlei kostbaren Schmuck; die FrauenHals - und Armbänder von Gold, mit Edelsteinen besetzt,goldene Hauben und Borten, welche nach Staudesgcbührim Werth erhöhet waren. Seidene Strümpfe gab es zwarschon, aber sie waren selten und nur noch die Tracht derFürsten. Zu den kostspieligsten Moden der Männer dama-liger Zeit gehörten die sogenannten Pluderhosen^ die vomGürtel bis an die Schuhe gingen; sie waren weit, undder Länge nach, wie auch in die Quere aufgeschnitten, unddiese Aufschnitte mit einem Futter von dünnem Zeuge durch-zogen, welches in so vielen Falten zusammengelegt war,daß zu einer Hose bis 130 Ellen verbraucht wurden. Nichtallein die Gottcsgclchrten eiferten von den Kanzeln und inbcsondern Schriften gegen diese kostspielige und widersinnigeMode, sondern der Kurfürst selbst, ungeachtet seiner Liebezum Aufwände, gab verschiedentlich seinen Unwillen widerdiese Tracht zu erkennen. Als im I. 1367 drei Bürger-söhne aus Berlin, um sich in ihren dicken Hosen zu zei-gen, in der Gegend des Schlosses vor sich her fiedeln lie-ßen, so gebot der Kurfürst, sie zu ergreifen, und in dasvergitterte Narrcnhäuslein bei dem Bcrnaucr Kellerin Berlin einzusperren, wo sie, während der Fiedler vorihnen musicirte, einen Tag und eine Nacht gefangen gehal-ten und dem Hohne des zusammen gelaufenen Pöbels preis
1) Der Bernauer Keller gehörte zu dem Kölnischen Rathhauseund lag wahrscheinlich in der Gegend der jetzigen Fleischscharren, daherder Theil der Gertraudtenstraße, von der Neßstraße zur Petrisiraße,ehedem hinter dem Bernauer Keller hieß.