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verheerte, aber der Rath, der im Wohlstande war, undmehrere Grundstücke in der Stadt, so wie das Dorf Wal-tersdorf gekauft hatte, ließ es im I. 1488 und 1489 wie-der aufbauen, und zwar das Holzwerk vom Zimmermann Kle-mens Lindemann. Die zwei vorspringenden Fenstern über derRathswage, mit ihren bunt geformten Kragsteinen und mitihrem kraftigen Gewölbe im Innern, scheinen noch ein Ue-bcrblcibscl des früheren Baues zu sein, der auch im nach-maligen Brande vom I. 1581 allein stehen blieb.
Zcugniß für das Bemühen Friedrichs II-, dem über-haupt das Wohl seines Landes am Herzen lag, Sitte undBildung in den Marken zu verbreiten, giebt die im I.1443 auf dem Maricnbcrge vor der Altstadt Brandenburgstatt gefundene Stiftung des Ordens der Schwancngesell-schaft unsrcr lieben Frauen Kettcnträger, für beide Ge-schlechter, in den nur solche aufgenommen wurden, die sichdurch ein musterhaftes Leben auszeichneten. Tägliches Be-ten, Vermeidung aller schändlichen Dinge und Verschwie-genheit waren die Gelübde, und so war denn alles daraufberechnet, das Gefühl der Ehre aufzuregen und zu bewäh-ren; ein Gegenstand von hoher Wichtigkeit für eine Zeit,wo die Spuren früher Rohheit noch nicht vertilgt waren i).Ucbrigens aber war unter dieser Regierung keine merkbareSpur von Ausbreitung der Wissenschaften und bildendenKünste vorhanden. — Das älteste Werk getriebener Arbeitin Berlin sind die zwei ganz gleichen Taufbecken von Mes-sing in der Marienkirche, welche wahrscheinlich aus dem14ten Jahrhundert herstammen. Auf beiden ist der engli-sche Gruß vorgestellt. Die nicht leserliche Umschrift, in al-ten Buchstaben und ungewöhnlichen Zügen, zeigt ihren frü-hen Ursprung an. Der metallene Taufstein mit den Bil-dern der 12 Apostel, auf Drachen und Löwcnbildern ruhend,mit einem Deckel von Kupfer, inwendig mit einem Taubcn-bild zwischen Sternen, ist wahrscheinlich vom Jahr 1434
!) Pölitz, Geschichte der preußischen Monarchie. S. 144.
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