Druckschrift 
Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

87

dersetzlichkeit, du' tresslichen und mannigfaltigen treuen Dien-ste, weiche ihm die Rathmanncn lind gemeinen Bürger bei-der Städte erwiesen hätten ^). Der Rath, der schon früherdas Gut Lichtenberg von Otto Pflug käuflich all sich ge-bracht hatte, und einige Zeit Köpnick besaß, es aber wie-' der dem Heinrich Reichenbach veräußerte, erhandelte im I.

1433 die Güter Tcmpelhof, Ricksdvrf, Maricndorf undMaricnfelde, von dem Meister des St. Johannirerordens,Balzer von Schlicben, für die ansehnliche Summe von2439 Schock und 4V Groschen böhmischen Geldes, wo-durch sich das Gebiet und Eigcnthum der Stadt bedeutenderweiterte 2). Zu den zweckmäßigen Maßregeln, wo-durch Berlin und Köln in dieser Periode an Ansehn undWohlstand zunahmen und ihre politische Stellung immermehr befestigten, mögen die klugen Männer beigetragenhaben, die damals in den Rathsversanunlungen saßen,Hennig Stroband, Paul und Wilkc Blankenfelde, BernardNi)kc, Thomas Wins, Jakob Heydicke u. a. m. Z).

Im I. 1377 hatten die Bürger von Köln von denen> von Berlin sich trennen wollen, jedoch unterblieb es auf

des Markgrafen Siegmund Ermahnung, und in den fol-genden unruhigen Zeiten verbanden sich vielmehr die Räthebeider Städte noch genauer, so daß im I. 1431 sogar einförmlicher Vergleich geschlossen wurde, worin unter andernbestimmt ist, daß die Bürgermeister sowohl als die Rath-männcr, jährlich durch Mehrheit der Stimmen die Rath-männer und Cchöppcn wählen sollten, nämlich in Berlin,zwei Bürgermeister, zehn Rathmänner und vier Schöppcn;und in Köln, einen Bürgermeister, fünf Ralhmänner unddrei Schöppcn, welche dann Polizei und Rechtspflege indem gemeinschaftlichen Rathhause by der Langebrügghe

1) Wilkcn, 1820. S. 68/

2) König, Th. I. S. 37 u. 16.

3) Nicolai Einl. S. XXXI.