86
von Baicrn-Landshut besucht, und im I. 1420 ihn« hierseine Tochter, die Prinzessin Dorothea geboren ^). Viel-leicht wäre er, vom Anfang an, für die Stadt geneigtergewesen, hätte sie sich nicht so widerspenstig gegen ihn ge-zeigt, als er um die aufsässigen Ritter, Putlitz, Quitzow,Rochow u. s. w. besser bändigen und den Landfrieden hand-haben zu können, das Ocffnungsrccht forderte, d. h. dasRecht Truppen in Berlin und Köln zu legen, und sich ih-rer Vcrschanzungcn zu bedienen, so oft es die Norhdurftdes Landes erheischte. Der Rath widersetzte sich dieserwohlgemeinten Forderung mit solcher Heftigkeit, daß derKurfürst zuletzt davon abstand. Es ist aber ein Beweis,wie wenig der gemeinschaftliche Rath von Berlin undKöln dabei den wahren Nutzen beider Städte berücksich-tigte, daß er dem Regenten eine, zur Wiederherstellungder Ordnung und Sicherheit in den verwilderten Mar-ken so nothwendigc, Maßregel nicht einräumen wollte,zu einer Zeit wo selbst Reichsstädte benachbarten Fürstenzur Beförderung des Friedens dieses Recht gestatteten 2).— Im I. 1431 vereinigten sich die Städte Berlin, Köln,Brandenburg und Frankfurt gegen jeden Angriff auf ihreGerechtsame, sei es von Seiten der Landesfürsten und desmachtigen und tinruhigen Adels oder von Seiten andererStädte 2)' im I. 1433 befrcicte der Kurfürst Berlin undKöln von den Zöllen und dem Geleite in verschiedenenStädten der Mark Brandenburg zu Wasser und zu Lande,und rühmte bei dieser Gelegenheit, trotz der früheren Wi-
ch Witten, 1826. S. 63.
2) Witten, 1826. S. 67. wo er bemerkt, daß die alten märki-seben Chroniken, deren Verfasser des Rechts nicht besonders kundigwaren, die Forderung des Kurfürsten ganz unrichtig deuten, indemsie erzählen, der Kurfürst habe nur ein freies Thor begehrt, damit erbei Tag und bei Nacht in sein Haus, das hohe Haus genannt, aus-und einkommen könnte.
3) Nicolai, Einl. S. XXX.