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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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lich und nützlich gcthan haben, und noch thuu sollen undmögen in künftigen Zeiten" i). Auf solche Weise kamdenn der Rath in Besitz eigener Gerichtsbarkeit, ein Vor-zug, wonach die Städte zu damaliger Zeit besonders trach-teten, und daß sie suchten zunächst nur pfandweise, sehroft durch Kauf, entweder von dem Landcshcrrn, oder vomKaiser, oder aber von anderen Herrschaften, (häufig bloßenRittern, die diese obrigkeitlichen Acmtcr erblich, als Lehnoder als Pfand, oder sonst wie acquirirt hatten,) zu erwer-ben 2), wie es gerade bei Berlin, nach den: eben gesagten,der Fall war.

Wenn Berlin und Köln einerseits diese Bereitwilligkeitder Landcsfürsicn, ihnen herrschaftliche Rechte abzutreten,und sie bei den erworbenen Vorzügen zu beschirmen, denRegenten durch unverbrüchliche Treue zu vergelten suchten,so waren ihre Rathmänner andrerseits wachsam, sie gegendie Beeinträchtigung ihrer Gerechtsame und Güter, vonSeiten anderer Städte, zu schützen. Daher als Herr KlausWalke, der im erblichen Besitze des Zoll- und Umgclds zuSaarmund, unweit Potsdam, war, von den Waaren, wel-che die Berliner dort durchfuhren, einen Zoll forderte, wel-chernicht von Alters her" war, so machten sie so nach-drückliche Vorstellungen, daß Herr Klaus Walke seine Brü-der Gerhard und Mathias im I. 1365 nach Berlin sand-te, um mit den Rathmänncrn den Zoll auf billige Weise

zu verabreden 2).

° Berlin,

1) Wilken, 1820. S. 19 211. Die Urkunde steht bei Küster,Th. IV. S. 119121.

2) v. Lancizolle, Geschichte des deutschen Städtewesens. S.. 52.

2) Die Urkunde (Küster, Th. IV. S. 17-1) ist in doppelter Hin-sicht merkwürdig, erstlich wird darin das gemeinschaftliche Rathhausbei der langen Brücke erwähnt und gesagt, der Vertrag sei vonden Rathmännern beider Städte geschlossen; dann sieht man daraus,mit welchen Waaren Berlin damals Handel trieb, nämlich mit He-ringen, allerlei gcsalzncn und ungesalznen Fischen, Gewändern,Weihen, Mühlensteinen, Krämerwaaren und Unschlicht.