Marken im 1.1316 erschien, und von; Erzbischof zu Mag-deburg, den Anhaltischen Fürsten, dem Herzog v. Sachsenund vielen mit dem Wittclsbachischcn Hause unzufriedenenVasallen unterstützt, für den todt geglaubten Waldemar,der sich so lange im gelobten Lande aufgehalten hatte, an-erkannt ward, Berlin, welches sich mit mehreren märkischenStädten ungern von dem alten Regentcnhause trennte, sichfür den falschen Waldemar, ihn für den wahren haltend,erklärte, und daher in demselben Jahre 1316 vom KönigWaldemar von Dänncmark, Schwager Ludwigs l,, bela-gert, von dieser Belagerung jedoch bald durch einen Ver-gleich befreiet wurde i), so wie daß die Stadt in den 1.1367,1377 und 1380 bedeutende Feucrsbrünste erlitt, die einen Theilder Marien- und Nikolaikirche, so wie des Rathhauses inder Poststraße, und mehrere dazwischen und umher liegendeHäuser in Asche legten 2).
Daß ungeachtet der Noth, welche Berlin während dieserunruhigen Zeiten ausgestanden hatte, die Stadt dennoch sicheines innern Wohlstandes erfreuet?, leuchtet daraus hervor,daß im I. l 376, als der Pseudo-Waldcmar auf einer fürst-lichen Zusammenkunft zu Bauzen vom Kaiser Karl I V. füreinen Betrüger erklärt worden war, und die Umstände sichdadurch für Ludwig I. günstiger gestaltet hatten, Berlindem Markgrafen 1150 Mark brandenburgischcs Silber vor-schoß, uud er dagegen dcrStadt oder deren Rath die schonvorhandenen Mühlen auf dem Mühlendamm, nämlich dienächste am Mühlcnhof und die mittelste am Damme 3)
1) Nicolai, Eint. S. XXIX.
2) Nicolai, Einl. S. XXX. — Köster, Th. II. S. 433.
3) Ursprünglich gehörten die Mühlen thcilS der Stadt, theilSdem Landesherrn, welche in der Geldnoth oft ihre Mühlen entwederEdellenten oder dem Rath versetzten, und sie dann in besseren Zeiten»nieder einlöseten, und so geschah es denn auch, daß Ludwig I. diebeiden Molen, die nähst bei dem MohlHofe lyt und diemyttelste uff dem Tain ine iin I. 132l) verpfändete.