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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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und Kälte umkamen, und selbst nach ihrem Tode nicht ein-mal eines anständigen und christlichen Begräbnisses ge-würdigt wurden. Daher hieß diese Gesellschaft auch Gil-de der Elenden, oder Elendsgilde, auch die Brü-derschaft der elenden Priester der Probstci zuBerlin (ooirlrutsrnitus exuluire sscerclotuirr prueposi-lui-AL ZZc-rolinensis). Der Bischof Ludwig ertheiltc demKalande, um ihm mehr Ansehen zu verschaffen, die Be-günstigung, daß alle diejenigen, welche den Andachten derBrüderschaft, ihren Vigilicn und Seelenmessen für die ver-storbenen Brüder beiwohnten, sie mögtcn der Brüderschaftangehören oder nicht, einen vierzigtagigen Ablaß erhaltensollten. Diese Privilegien sind von den Nachfolgern Lud-wigs, Dietrich (1362 und 1376), Stephan (1456), Ar-nold (1459 und 1473), Joachim (i486), Hicronimus(1598) und Dietrich 11. (1522) nicht nur bestätiget, son-dern noch erweitert worden ^). Das Versammlungshausdes berlinischen Kalandsordens, ebenfalls Kala nds Hofgenannt, befand sich in der Nähe der Marienkirche, in derKlostersiraße, wo jetzt das Bürgerhaus No. 92 steht 2).

Zu dem Ungemach, dem Berlin unter der Regierungdes Markgrafen Ludwig 1. ausgesetzt war, muß man rech-nen, daß, als der Pscudo-Waldemar (der Müller Rchbock,der früher in Waldemars Diensten gestanden, einige Aehn-lichkcit mit ihm hatte, und daher vom Herzog Rudolph v.Sachsen zu dieser Rolle eingeweiht worden war) in den

1) Wilsen, 1820. S. 4Z4/,. Die Urkunden finden sich beiKüster, Th. II. S. 444-WO.

2) Der ehemalige Kalandshof war an der Ecke derKalands-gasse, einer von der Klosterstraße zurKönigsmaucr führenden Gasse,die man nicht mit der Kala ndersgasse (jetzigen Brauhau § gasse),von der Heiligcngeist- zur Spandauerstraße gehend, verwechseln muß.Daß dies öfters geschieht, beweiset der große Seltersche Plan vonBerlin (bei Schropp u. Comp.) der die KalandS - und Kalandersgasssbeide BrauhauSgasse nennt.