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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
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Eine merkwürdige Stiftung/ die unter der NegierungLudwig I. Statt fand, ist die der Elcndsgilde oder desKalands-Ordens, welche schon im I. von demBischöfe Ludwig zu Brandenburg seine Bestätigung erhielt.

Diese Kalands-Brüderschaften waren im Mittelalter inden Städten des nördlichen Deutschlands sehr gewöhnlich,und bestanden in Vereinigungen von Geistlichen, welche sichverpflichteten, sich einander beizustehen in jeder Noch, be-sonders es abzuwenden, daß kein Mitglied der Verbindungin der Todesstunde der kirchlichen Trosimittcl und nach demTode der Fürbitte der Kirche bei Gott und den Heiligenentbehren möge, ferner aller Verdienste durch gute Werke,die jeder einzelne vollbringe, die Gcsammthcit theilhaftigzu machen, und endlich durch gegenseitige Ermahnung zurFrömmigkeit und Vollbringung von Liebeswcrken zu ermun-tern; damit verbanden sie noch die Unterstützung von Hülfs-bcdürftigcn aus allen Ständen, geistlichen und weltlichen,besonders Reisenden. Dicscrhalb nahmen sie auch Laien,Manner und Weiber, vornehme und geringe in ihre Ver-einigung aus, um sich dadurch die Mittel zur Hülfe derNothlcidendeu zu verschassen. Einige behaupten die Lic-bcn-Fraucn-Gildc (ttslres sociotslis dkswL tVlllrwsvirginis) sci die nämliche als die Kalands-Brüderschaft(l'i-mres i^laliNsrurl,), welche diesen Namen erhalten ha-ben sollen, weil sie ihre Hauptversammlung am ersten Tagejedes Monats, also an den Kalenden, nach der römischenZeitrechnung, hielten. Diejenigen Mitglieder, welche dieVerwaltung der Güter und Einkünfte der Brüderschaft be-sorgten, hießen die Kalandshcrrn, die übrigen die Brüderdes Kalands, und ihre Versammlungshäuser Kalandshöfe.

Der berlinische Kaland, nach der Bcstätigungsurkundedes Bischofs zu Brandenburg, hatte noch den Zweck derNoth armer Priester zu Berlin und Köln abzuhelfen, wel-che an allen Bedürfnissen Mangel litten, sogar des Obdachsund fast alles menschlichen Trostes entbehrten, daher aufden Kirchhöfen sich aufhielten, dort durch Hunger, Durst