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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Ungefähr zu derselben Zeit, nämlich im I. 1323 istNikolaus Cynax, ein Anhänger Rudolphs, nach Berlingekommen und hat sich bemühet dein Herzoge eine Partheizu machen, welches ihm nicht gelungen zu sein scheint, dadie größere Anzahl der Bürger, obgleich der Rath derStädte den Rudolph anerkannt hatte, dem Herzoge nichtgeneigt war, und so mag der Probst zu Bernau sich da-,mals schon durch seine Anhänglichkeit an den Herzog vonSachsen den Haß der Berliner zugezogen haben, ohne daßjedoch diese Abneigung des Volkes gegen den geistlichenHerrn zu der Zeit die schrecklichen Folgen hatte, die spä-terhin den Tod des Unglücklichen herbeiführten. Denn daßdie Ermordung des Probsics im nämlichen Jahre l.'W,also zu derselben Zeit als er in Berlin zu Gunsten desRudolphs zu wirken suchte, wie es Nicolai, König undviele andere annehmen, Statt gefunden habe, ist durchnichts erwiesen. Auch wenn damals schon das schwereInterdikt über Berlin und Köln ausgesprochen und erstim I. 1335 vorläufig aufgehoben worden wäre, so hättedasselbe 12 Jahre die Einwohner beider Städte ge-drückt, was nicht wahrscheinlich ist, und gewiß hätte man

als sei sie nach der Ermordung des ProbsteS Nikolaus, oder sogarzur Zeit deS Erscheinens des falschen Waldemar im 1.1316 geschehen.Die Chronisten sagen darüber nichts was besonders zu berücksichtigenwäre, und sobald wir nicht mehr von der Voraussetzung ausgehen,es sei die Enthauptung des Schütze später als die Ermordung deSProbsteS zu Bernau geschehen, so fallen auch Bemerkungen weg wiedie folgenden: daß der von dem Bischof zu Brandenburg ausgespro-chene Bann einen heimlichen und bittern Haß gegen die Geistlichkeithervorgebracht habe, der bei der Anwesenheit des Sekretairs des Erz-bischofs von Magdeburg in Berlin bald Gelegenheit fand auszubrechen,und daß dieser Frevel sicherlich eben so wie die Ermordung des Ni-kolaus bestraft worden wäre, ob gleich die Geschichte nichts dieserhalberwähne; oder man müsse sich über die Keckheit der Berliner wun-dern, die trotz des Ungemachs, was ihnen der Vorfall mit dem ber-nauischen Probste zugezogen hatte, sich derselben Noth durch dieHinrichtung deS Konrad Schütze wiedex aussetzten.