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Untersuchen wir aber kritisch was die Chronisten überdiese Ermordung des Probsies zu Bernau gesagt haben, somüssen wir uns wundern, wie man ihre einfache und un-bestimmte Erzählung nach und nach ausgeschmückt hat.Was über die Folgen des nach dem Morde ausgesproche-nen Bannfluchs gesagt ist, mag nicht übertrieben sein, denndiese waren immer mit einer förmlichen Excommunikationverbunden, auch sind alle Annalisten darüber einig, daßdie vorläufige Absolution im I. 1635, die ganzliche imI. 1315 oder 1317 geschah. Aber einige sagen, es seiNikolaus ein eifriger Anhänger des Herzogs Rodolphs ge-wesen, man habe ihn daher für einen Verräther gehalten,der dem Herzog alles zubrachte, und die Streitigkeiten un-terhalte, durch welche schon den Städten große Roth undSchaden zugewachsen wäre; die Berliner hätten also dieGelegenheit ergriffen, und diesen Probst, als er einmals aneinem Jahrmarkte seiner Angelegenheiten halber nach Berlingekommen, in einem Auflauf ans der damaligen Probstciherausgerissen, und auf dem neuen Markt bei einem gro-ßen angesteckten Feuer verbrannt. Nach andern aber istNikolaus in der Marienkirche wegen einer Forderung miteinigen von der Gemeinde hart zusammen gekommen, weilman ihm also kein Gehör geben und seine Ansprüche nichtanerkennen wollte, so habe er mit dem Bann um sich ge-worfen, und sein Recht mit Gewalt zu behaupten gesucht;hierauf mehrte sich der Zank, und es entstand ein Auslaufdes Volks, welches, wie es bei solchen Unordnungen zugehen pflegt, auf den guten Mann losgedrungen ist, undselbigen gar aus der Kirche getrieben hat; so bald er vorder Kirchthüre war, schlug man so verwegen auf ihn zu,daß er auf der Stelle sein Leben lassen mußte, doch solldas rasende Volk den Körper noch über den neuen Marktin die Spandauersiraßc geschleppt haben, che sich der Grimmbei demselben gelegt i). Also der Probst ist nicht zuerst
1) Lcliuiiclt, collect. »iem,or-w> Lcrolln. Occ. III. j>. 4.