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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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zur Vergrößerung deS seinigcn nicht entschlüpfen. Er be-lehnte seinen Sohn, Ludwig den Aeltern oder den Er-sten, im I. 1324 mit der Markgrafschaft, worauf Ru-dolph von Sachsen unfähig, seine Ansprüche mit den Waf-fen durchzusetzen, freiwillig zurücktrat. In diesem unruhi-gen Zeitraum, von 1320 bis 1324, wo mehrere Fürstenals Erbberechtigte austraten, um sich die Nachlasscnschaftdes Anhaltischcn Hauses in Brandenburg zu thcilen,sollen sich zwei Begebenheiten ereignet haben, wovondie zweite besonders für die ganze Stadt die traurigstenFolgen hatte. Die erste ist, daß als Konrad Schütze,Sekrctair des Erzbischofs Dietrich zu Magdeburg, von sei-nem Herrn in wichtigen Angelegenheiten an den, sich da-mals in Berlin aufhaltenden, Herzog Rudolph von Sachsengesandt wurde, und crsierer nach damaliger Gewohnheit indie Stadtbadsiube ging, ihm eine ehrsame Bürgcrsfrau be-gegnete, die er auf der Straße scherzweise frug, ob siemitgehen und ihm bei dem Baden Gesellschaft leisten wollte.Entweder beschwerte sich diese Frau gegen ihren Mann dar-über, oder es hatten einige Bürger ihre Unterredung mit-angchört, genug dieser unzcitige Scherz kostete dem KonradSchütze das Leben; es entstand ein allgemeiner Ausruhr, derSekretair wurde durch die Büttel, vermuthlich nicht ohneEinwilligung und Mitwirkung der Rathmänner von Ber-lin , von der Tafel des Herzogs Rudolph mit Gewalt hin-

1) Möhsen, Geschichte der Wissenschaften in der Mark Bran-denburg, 1781. S. 219 u. folg. Ohne allen Grund setzt AndreasAngelus (Enget), in seinen Xnnalos lVlarolriae Ilrandeiili. 1595. (einohne Kritik und historischen Takt bearbeitetes Werk) xag. 159. dieseBegebenheit in's I. 12bä. Albert Kranz in seiner Laxonia IM, IX.o, 35. (die einzige Quelle, aus welcher alle andere Nachrichten überdieses Ercigniß geflossen sind), bestimmt nicht genau die Zeit wo dieSache geschehen, und ist sie wahr, so scheint es uns am wahrschein-lichsten, sie habe sich in den Jahren zugetragen, wo Herzog Rudolphseine vermeintlichen Rechte an Albrechts I, Erbschaft mit List undGewalt geltend zu machen suchte.

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