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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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Urkunden, worin beiden gewisse Immunitäten ertheilet wer-den, Berlin als der bedeutendere Ort allein genannt, ob-gleich Köln als der weniger beträchtliche auch damit ge-meint wird; oder beide Städte sind bis zum Anfange des1-Ltcn Jahrhunderts in ihrer Verwaltung getrennt gewesen,wie man es gewöhnlich behauptet, und dann muß manvermuthcn, daß jeder dieser Zunftbriefe doppelt ausgefcrti-gct worden ist, einmal für Berlin, einmal für Köln, dasie aber immer gleichlautend waren, so haben die Urkun-dcnsammler, wie Ludwig, Küster u. f. w. nur immer einExemplar und zwar das für Berlin abdrucken lassen.

Die von Gcrckcn gesammelten Diplome der Markbeweisen, daß in den meisten Städten zwölf Rathmänncrvon den angesehensten Bürgern jährlich aus ihrer Mittegewählt wurden, daß jedoch die gcfammtc Bürgerschaft beiwichtigen Angelegenheiten entweder in Masse oder durcheinen engeren Ausschuß befragt werdeil mußte, und ohnedie Zustimmung der Gcsammthcit kein Beschluß gefaßt wer-den konnte. Alle Jahre gicngcn vier von diesen Rathmän-nern ab, und wurden von vier andern erfetzt; diese letzte-ren waren eigentlich an der Regierung, die acht alten hat-ten indeß auch einen Antheil daran, und bestätigten zumThcil die von den neuen getroffenen Anordnungen durch ihrZeugniß. Daher heißt es häufig in den Urkunden: WirRathmann olde und nye.

Daß Berlin und Köln in so weit eine solche Verfas-sung gehabt haben, daß die Bürger die Rathmänner ge-wählt, und daß letztere, nach der oben angegebenen Art,gewechselt haben, gehet wohl aus dem Eingange mehrererder Jnnungsbricfc hervor, wo von Radmänncrn alten undneuen, und von einer Vollmacht und Zustimmung der Gc-mcindeglicdcr die Rede ist, wie z. B. im Privilegium derBäcker vom I. 1272, wo es heißt:un hcbbe wi Rad-

1) Gercken, <7orp, ckipl. Th. I. S. 187. Gercken, viplnin.rcr. !ck-<rclnae. Th. II. S. IUP.