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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
Entstehung
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fänglich gar nichts oder wenig angebauet. Die erste be-deutende Anlage jenseit der Jüdenstraße, gegcu Ende des13ten Jahrhunderts, ist das schon oben beschriebene Fran-ziskancrklostcr und die Kirche zum grauen Kloster inder davon benannten Klosterstraßc, so wie im Anfange desfolgendeil Jahrhunderts das hohe Haus oder die kurfürst-liche Burg zwischen den Klostergcbäuden und der Georgcn-straße. Schon etwas früher entstand, wie wir es ebenfallsoben bewiesen haben, die Marienkirche, an dem, alsGegensatz zum Molkcnmarkte oder alten Markte, in den Ur-kunden seit Anfange des 14ten Jahrhunders so genanntenNeuen-Markt. Der jetzige Hohcnsteinwcg war, allemVermuthcn nach, noch ganz unbcbauct. Auf dem die Kir-che umgebenden Kirchhof, der vielleicht, wie der Nicolai-kirchhof, auch bald mit Häusern besetzt wurde, stand, nahean der. Marienkirche, da wo gegenwärtig das Küsterhausist, ein steinernes Kreuz, was im I. 1726, beim Bau desketztgedachten Hauses, auf feine jetzige Stelle gesetzt wurde,und dem man eine sehr verschiedenartige Bedeutung gicbt.Während es die mchrsien Chronisten und Topographenvon Berlin mit der unten näher auseinandergesetzten Ge-schichte der Ermordung des Probstes Nikolaus zu Bernauim 1.1323 in Verbindung setzen, und das Kreuz für das-jenige halten, was die Einwohner beider Städte, mit einerewigen Lanipe verschen, aus Strafe errichten mußten, be-hauptet der Pastor an der Heiligcngcistkirche Jakob Schmidtin seinen im I. 1731 herausgegebenen Merk- und Denk-würdigkeiten von Berlin ^), es sei hier über den Ncucn-

1) Man sagt gewöhnlich, der Bischof von Brandenburg habeden über Berlin und Köln wegen Ermordung des Probstes zu Ber-nau ausgesprochenen Bannfluch nur unter der Bedingung aufgeho-ben, daß man ein Kreuz und einen War an der Stelle, wo derMord verübt worden wäre, errichten, und eine ewige Lampe unter-halten würde. Das vor der Kirche stehende Kreuz sei, meint man,das bei dieser Gelegenheit errichtete Denkmal, und die darin befind-