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Berlin oder Geschichte des Ursprungs, der allmähligen Entwickelung und des jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt : in Hinsicht auf Oertlichkeit, Verfassung, wissenschaftliche Kultur, Kunst und Gewerbe
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genannt, auf dem Platze des der Königsstraße am nächstenliegenden Flügels vom jetzigen Lagcchause, und wo vielleichtschon die letzten Fürsten aus dem Hause Anhalt, oder we-nigstens die Kurfürsten aus der Vaierischcn und Luxembur-gischen Dynastie wohnten i), wenn Regicrungsgeschäftc,Versammlungen der Landstände, oder andere thcils ernste,thcils fröhliche Begebenheiten sie nach Berlin riefen. Dieübrigen Gebäude die jetzt zum Lagcrhaufe gerechnet werdenso wie das berlinische Gymnasium gehörten ehedem zumgrauen Kloster, und enthielten die Wirthschaftsgcbäudcu. f. w., die Seite von der Klosterkirche zur Parochial-kirche aber das eigentliche Kloster. Dieser Thcil scheintgleich nach dem Tode des letzten Klosterbruders in derzweiten Halste des löten Jahrhunderts zu Privathäusernabgegeben worden zu sein. Von den übrigen Gebäudenzwischen der Klosterkirche und dem hohen Hause, ward deran demselben angrenzende Thcil zu einem Proviantmagazinbestimmt, das im I. 1712 gänzlich abbrannte. Den fol-genden Theil bekam der Leibarzt des Kurfürsien JohannGeorg, Thurncisser zum Thurn, wie wir es unten sehenwerden, zu seinen Laboratorien, Kunstsammlungen undBuchdruckercicn; den dritten Thcil, zunächst an der Klo-sterkirche, erhielt der Rath zu Berlin zu einer großen Lan-dcsschule, dem nachhcrigcn berlinisch-kölnischen, späterhinberlinischen Gymnasium. Hierzu wurde das Gebäude inseiner alten Gestalt, init den Reparaturen und Abänderun-gen, welche Zeit und Umstände erforderlich machten, biszum I. 1786 benutzt, wo in Folge der unten beschriebenenStreir'schcn Stiftung das Ganze neu gcbauet wurde. Aberim mittleren Theile, den Thurncisser inne hatte, und wovonder König dem Gymnasium mehrere Räume, als den che-

t) Die Markgrafen aus dem Anhaltischen, Baicrischcn und Lu-xemburgischen Hause reiseten gewöhnlich im Lande herum, und hiel-ten sich abwechselnd in Spandow, Stendal, Salzwcdcl und Tanger-mrmde aus.