23
Otto III- eine zahlreiche männliche Nachkommenschaft hat-ten, so beschlossen sie in den I. 1238 und 1260 ihre Lan-der zu thcilcn, und zwei besondere Linien, die Johanuischcund die Ottonische, zu stiften. Sie theiltm jedoch die Lan-der nicht nach Provinzen, sondern nach Städten und Dör-fern, so daß die Ancheile sich einander vielfältig durchkreuz-ten i). Johann, der Stifter der altem oder StendalschenLinie, hinterließ, bei seinem Tode im I. 1266, fünf Söhne,Johann II, Otto IV., mit dem Pfeile genannt 2), Kon-rad I-, Erich und Heinrich ohne Land. Otto, der Stifterder jungem oder Salzwcdclschen Linie, nachdem sein SohnJohann HI. bereits an der in einem Turniere zu Merse-burg erhaltenen Wunde gestorben war, hatte noch dreiSöhne, Otto V. den Langen, Albrccht III. und Otto VI.den Kleinen, welche seit 1267 zugleich regierten, und zwarder erste bis 1298, der andere bis 1309, der dritte bis1303, und denen unter andern der Thcil der Mittclmark,worin sich Berlin befand, zugefallen war. Keiner von die-sen drei Brüdern hinterließ Kinder, als Otto V. dessenSohn Mal-kgraf Hermann von 1303 an alle Länder derOttonischen Linie beherrschte, und seinen Sohn Johann V.den Erlauchten oder Durchlauchtigsten im I. 1308 zumNachfolger hatte. Da Letzterer ohne Erben starb, so fielennun die Besitzungen der Ottonischen Linie der Johannischcnanhcim, nämlich dem Waldemar, Sohn Konrads I. , unddann im I. 1319 seinem Neffen, Heinrich dem Jüngern,
1) Pölitz, Gesch. der Preuß. Monarchie. S. W. Bem. ch
2) Otto IV., in seiner Zeit als Dichter und Minnesänger be-rühmt, ward in dem Kampfe über die streitige Bischofswürde seinesBrnderS Erich bei Staßfurt im I. 127N durch eine» Pfeil am Kopseverwundet, daher sein Beinamen. Möhsen, in seiner Geschichte derWissenschaften :c. in der Mark Brandenburg, 1781. S. Mb. führtalS Beweis, daß es wahrscheinlich zu dieser Zeit in den Marken nochkeinen Wundarzt gab, den Umstand an, daß der Pfeil ein ganzesJahr in des Fürsten Kopse blieb, bis er endlich von selbst herausfiel.