13
welchcs durch keine Forschung hat aufgeklärt werden kön-nen, und sogar durch mancherlei Muthmaßungcn nur nochmehr verfinstert worden ist.
Man nimmt gewöhnlich an, Albrccht der Bär, auchder Schöne genannt, der erste Markgraf von Brandenburgaus dem Haufe Anhalt, habe, nachdem er die Wendenunterjocht, Berlin gegründet oder wenigstens erweitert undin eine Stadt verwandelt, daher sie ihm auch ihren Ra-ulen und den Bären im Wappen verdanke.
Ob Albrccht der Bär diesen Beinamen erhalten, weiler den Anhaltifchen Bären in fein Wappen — vielleichtaus persönlicher Eifersucht gegen seinen Zeitgenossen, Hein-rich den Löwen — aufnahm, bleibt um so mehr problema-tisch, als er im Gegentheil den Ballcnsiädtifchen Balkenoder einen Adler im Wappen geführt haben soll. DaßBerlin in älteren Zeiten ebenfalls nicht den Bären, son-dern den rothcn Adler im weissen Felde, mit zwei schwar-zen Bären zu Schildhaltern, im Stadtwappen gehabt, be-weiset Nicolai in feiner Beschreibung von Berlin i). Uc-brigcns aber nimmt dieser Gelehrte die allgemeine Traditionan, Berlin sei unter Albrccht 1. gegründet worden, ob erzwar gestehet, daß diese Behauptung auf keinem geschicht-lichen Grunde beruhe 2). Der Professor Wilken ist dererste gewesen, welcher in seinen historischen Aufsätzen: ZurGeschichte von Berlin und seinen Bewohnern: dieser Sagewidersprochen hat 2), indem er beweiset, daß die Mci-
1) Nicolai, Beschreibung von Berlin, Tb. I. S. 387. — Si-gismund von Stosch in seiner pareutationilms allogorieis S. 203.meint, Albrccht sei ein munterer Held gewesen, der sich im Kriegewohl versucht, und nicht auf der Bärenhaut gelegen, sondern viel-mehr als ein Bär gestritten, daher der Beiname. IZcomauu, de eng.nomiuilm5 ItiLZ. I>. 30. h. 22. schveibt aber, er habeden Namen vrsi, d. i. des Bären, bekommen, weil er zum Ge-schlecht der Fürsten zu Ursin oder der Ursiuer geHorte.
2) Nicolai, Einlest. S. XI.
3) Im historisch-genealogischen Kalender von 1820. S. 3—4.