man aus seiner Angabe i), daß man in der Breiten- undFischcrstraße, bei Grabung der Brunnen und Legung derFundamente mehrerer Häuser, ein doppeltes, sogar ein drei-faches Steinpflaster und einige Ucberblcibscl von Ställenund Gebäuden sehr tief in der Erde gesunden habe, einenBeweis mehr für das höhere Alter von Köln entnehmen;es scheint aber dies blos eine unverbürgte Sage zu sein,wie Küsters Werk über Berlin so manche enthält. Ebenso wenig erwiesen ist die Behauptung einiger Annalisten,daß die St. Gcrtraudtenkiwhe vorher ein heidnischer Tem-pel der Wenden gewesen sei, wo vielleicht, wie auf deinHarlungcrbcrge in Brandenburg, der dreiköpfige Triglassoder ein anderer slavischcr Götze angebetet wurde, obgleichandrerseits nicht zu bezweifeln ist, daß die ersten wendischenBewohner Berlins und Köln im Ilten oder IKtcn Jahr-hundert das Chrisienthum noch nicht angenommen hatten,sondern der heidnischen Religion zugethan waren, so wieauch das, was die Chronisten Hclmold, Kranz, SaxoGrammatikus u. s. w. 2) von dem Charakter, der Sittenund Beschäftigungen der Wenden sagen, ebenfalls auf dic-fenigcn unter ihnen, die sich hier niedergelassen hatten, an-wendbar sein wird. Wenn sie auch zuerst nur Fischereitrieben, so werden sie wohl in der Folge Ackerbau, Vieh-zucht, Waid - und Hopfcnbau damit verbunden, hier, wiein ihren übrigen Ansiedelungen Bier gcbrauct, Meth ge-macht, grobe wollene Tücher nebst andern Zeugen und Lci-newand verfertiget, und diese Gegenstände vermittelst derschiffbaren Spree, Havel und Oder zum Theil ausgeführthaben.
Wann, wie und unter welchem Markgrafen vonBrandenburg Berlin und Köln, bis dahin nur zweiFifchcrdörfcr oder sonstige wendische Flecken in Städte um-gewandelt worden sind, ist ebenfalls in cm Dunkel gehüllt,
t) Küster, Th. I. S. 7.
2) Mühsen, Geschichte der Wissens, in der Mark. S. 58 u. folg.