9
sehen / daß dieser Namen anfanglich nur mit Vorsehungdes Artikels: der Berlin, zu dem Berlin (to dem Ber-lin) r) vorkommt, da man doch nie, to dem Köln, to deinBrandenburg gesagt hat. Berlin scheint also nicht ein Ei-genname ohne weitere Bedeutung zu sein, sondern eine wirk-liche Sache oder wenigstens die Beschaffenheit des Orts zubezeichnen, wo dieses slawische Fischerdorf angelegt wordenist. Eben so wie Halle seinen großen und kleinen Berlinhat 2) und in der Nähe der hannoverischen Stadt Nord-Heim ein Platz dieses Namens liegt, der lange unbcbauctblieb und nur zur Viehweide benutzt wurde Z), so kann
oder derjenigen, die denselben von dein schlechten lateinischen Wortebrtolinm oder perlvolinio, (ein Thiergarten), abstammen lassen,(s. Süßmilch, Berlins Wachsthnm, S. Li — 58.)
1) Süßmilch, S. 09. Wilkcn, 1820. S. 11.
2) Willen, 1829. S. 10, wo zugleich bemerkt wird: cS sei eineleere Vermuthung von Dreihaupt (Beschreib. de§ Saalkreiscs, Th. I.S. 076.), wenn er diese Benennung von einem Manne dieses Na-mens herleitet, der einen Hof an dieser Stelle gehabt habe.
3) Nicolai, Einl. S. VIII—IX., wo er sagt: dasi auch inFrankreich, nämlich in der Gascogne, unweit Bazas, sich ein Dorfdieses Namens befinde. Ferner bemerkt er, haß im Lateinischen desMittelalters Lerlla, eine weidende Heerde, und Lerlc im Niederbre-tagnischen ein neuangebautes Land bedeute. S. V. sagt derselbeGelehrte, man könne auch Berlin voin wendischen Ver —linud. h. nimm Lehm abstammen lassen. Auch meint er, Berlinbezeichne vielleicht, daß die Stadt an einer Krümmung der Spreegebauet worden sei, vom keltischen Ber (Krümmung) und Lin (Fluß).Leutinger, der alte Topograph der Mark, der den Markgrafen Al-brccht den Baren als denjenigen ansteht, welcher die Stadt erweitertund befestiget, glaubt, sie habe ihren Nainen entweder von dem Bei-namen dieses Fürsten, oder von dem Gestirn des kleinen Bären, wo-runter Berlin liegt, so daß es so viel heiße als Bärlein, (s. Süß-milch S. 52.). Frisch, in seinem Wörterbuche meint, Bär bedeuteauch einen Fischerhainen und Berlin zeige daher einen zur Fischereibequemen Ort an. Hermes, in seiner etymologisch-topographischenBeschreibung der Mark u. s. w. S. 17. setzt noch hinzu, daß man