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Im Wohnzimmer lagen auf den Tischen die Briefe Sei-ner Kinder, vorzüglich Seiner abwesenden Töchter, und dieGeschenke ihrer Herzen und Hände, womit sie den hohenVater an Seinem Geburtstage erfreuten, standen in feinen,köstlichen Stickereien und Geweben umher. Das darangrenzende kleine, einfache, hclldunklc Schlafzimmer athmctesanfte Ruhe, und die Decke Seines Bettes war ein gro-ßes schönes Umschlagetuch, welches die verewigte Königinnlange und gern getragen hatte. Morgens, wenn der Die-ner das Bette machte, mußte er dieses Tuch gefaltet aufden vorstehenden Stuhl legen, und wenn der König sichschlafen legte, breitete Er jedesmal selbst es aus. Ein klei-ner Zug: der aber einen tiefen Blick thun läßt in Seintreues Herz.
Nach dem Tode der Unvergeßlichen wurde Ihm Char-lottenburg noch lieber. Ernste Wehmuth, genährt von rei-chen Erinnerungen, umhauchte Ihn hier. Einsam wandelteEr oft durch die düstern Baumgänge, die zu ihrem Mauso-leum führen, uno den Schlüssel zum unteren Grabgewölbedesselben hatte nur Er allein. Früher war Garten undSchloß den ganzen Tag hindurch fortwährend dem Publi-cum geöffnet,— seit dieser Zeit aber bei Seiner Anwesenheit,Vormittags, geschlossen. Nichts war Ihm unangenehmer, alsvon Neugierigen beobachtet zu werden, und Alles, was dieAufmerksamkeit auf Ihn hinleitete und Geräusch machte, mochteEr nicht. Glänzende große Hosfeste wurden fortan nicht mehrin Charlottenburg gegeben; eine heilige Stille und Ruhe um-schwebt den Ort, wo die unvergeßliche Königinn Luise ihrfrühes Grab gefunden.