Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
500
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Innerlich heiter, und äußerlich geweckt, so, daß Er sichhingab, war Er aber nur dann und da, wenn und wo Ergemuthlich sein konnte. Diese Seine eigcnthüinlichc Gemüth-lichkeit sprach sich vorzüglich zu Charlottcnburg in der Wahlund Einrichtung Seiner Wohnung aus. Das große, pracht-volle Schloß war Ihm zu groß und zu prächtig: seine Zimmerund Säle waren Ihm zu weit, was Er haben und brauchenwollte, lag Ihm da zu ferne: was Er gern zunächst umsich hatte, zu getheilt und zerstreut, als daß Ihm in dieserweiten Umgebung hätte behaglich sein können. Dem ZugeSeines Herzens folgend, ließ Er darum neben dem großenSchlosse eine kleine Wohnung für sich bauen, die nur wenigeZimmer enthält, aber Alles in sich vereinigt, was manfreundlich, heiter und ansprechend nennen kann.

Sic steht auf einem stillen, ruhigen, romantischen Punkte,auf dem man auf der einen Seite den großen breiten Platzin der ganzen Länge des Schlosses vor sich hat, und auf derandern durch eine Allee von alten Linden die friedliche 'Aus-sicht »ach der Spree, ihren weiten Wiesengründcu und denentfernten Kirchdörfern, sich öffnet. Nuhe und Frieden athmethier Alles, und alle Gemälde und Kupferstiche an den Wan-den geben dieser Stimmung Nahrung. Hier muß man gutund heiter sein und besser werden: das fühlt jeder edle Mensch,der je diese Wohnung betrat. Lieblicher und zutraulicherkann cS keine geben; und doch dabei auch so, daß jeder wohl-habende Privatmann sich eine ähnliche bauen und einrichtenkönnte. Als solcher wohnte der König hier, und darum warund blieb sie auch so lange Er lebte für Alle unzugänglich,und nur die besten und trcuesten Seiner Diener hattenhier die Auswartung.