Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
499
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Dic lieblichen Mädchen sahen deir hohen KöniglichenHerrn mit ihren Tauben-Augen an; Seine milden Wortedrangen wiv Blütheudust in ihre offenen Seelen und ver>breiteten über das ganze Fest einen eigenthümlichen stillenZauber. Bei solchen Festen ging die Belenchtnng vom Mit-telpunkte, dem Könige, aus: Seine hohe, gewöhnlich ernsteStirn umglänzte dann eine heitere Klarheit, und man wurdeerinnert an den biblischen Ausdruck:Wenn des Königs An-gesicht sreundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wieein Abendrcgen."

die Erbauung hatte. Die junge liebenswürdige, geistvolleGräfinn war in der musterhaften weiblichen Erziehungsanstaltdes FrauleinS Dölln zu Berlin gebildet. Sic, wie alle ihreSchülerinnen, einige zwanzig an der Zahl, aus verschiedenenStänden, waren vom Könige mit zur Feier dieses Hochzeit-festes eingeladen, und bildeten in ihrer frischen Jugcndblütheden schönen Kranz um die glückliche Braut. In diesen lieb-lichen Kreis der Unschuld und Freude trat nachher der Kö-nig mit heiterem, mildem, segnendem Blick, und sah sinnendund mit Wohlgefallen die Kinder an. Ihrer Erzieherin» sagteEr viel Ernstes und Berbindliches über die Bcrdienstlichkeitihrer Thätigkeit und ihrer Bestrebungen. Dic Kinder ermunterteEr mit freundlichen, geistvollen Worten, eingedenk zu bleibender für das ganze Lebrn wichtigen und entscheidenden Ju-gendzeit, wie es dabei nicht auf Geburt, Stand, Rang undReichthum, sondern allein auf gute dauernde Gesinnung undGemüthsrichtung besonders beim weiblichen Geschlecht an-komme, und verhieß ihnen dann, sreundlich scherzend, aucheinst ein glückliches Hochzeitsest.