Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
483
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Wohl nie hat es einen mächtigen regierenden Herrn ge-geben, der so verschlossen war für alle erkünstelten Genüsse derPracht und des Luxus, und so offen und empfänglich für diestillen und sanften Eindrücke der Natur, als Friedrich Wil-helm III. Von allen Seinen ländlichen Besitzungen schien keineIhm mehr zuzusagen, als die Pfauen-Insel. Es lag in deinKönige ein Hang zur Einsamkeit, eine Liebe zur Stille. Gernhing Er derselben nach, und Er entfernte Alles, was Ihn darinstören konnte. Dieß hatte Er ans der Insel in Seiner Ge-walt, da, dem Publicum nur an bestimmten Tagen geöffnet,

') Dieser idyllische 'Charakter ist späterhin durch die Aufnahmeund Aufbewahrung vieler ausländischer wilden Thicrc getrübt,wenngleich das Interessante und Lehrreiche des Orts dadurchvermehrt wurde.

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Das im Schatten liegende, reich mit Blumen geschmückteSchweizerhaus des Castellans und Hofgärtners, das Cava-lierhaus, die Meierei mit den zerstreut liegenden kleinen Woh-nungen der Arbeiter, das große prächtige Palmen und Ge-wächshaus beleben das Bild, und die im Walde weidenden'Rehe und Hirsche, die vorüberziehenden Heerde» ausländi-scher Schafe und Ziegen, die gemessen cinherschreitendenPfauen, und das fröhliche und friedliche Leben der Sangvö-gel und Tauben, alles dieß giebt dem freundlichen Aufent-halte einen sanften, idyllischen Charakter. Das Gefühl derAbgeschlossenheit, Sicherheit und Ruhe, das hier von allenSeiten, namentlich in stillen Morgen- und Abendstunden, dasGemüth wohlthuend anhaucht, giebt zum äußeren Friedenden inneren, und wer contemplativen Naturgenuß liebt, derkann ihn hier finden.