Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
482
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Dankbar und still vergnügt ging ich, belehrt und ge-weckt, nach Hause, und noch AlteS in, frischen Gedächtnissetragend, schrieb ich die merkwürdige Unterredung auf, wieich sie hier wörtlich treu nütgetheilt habe.

Nebst Paretz und Sans-souci war und blieb dem Kö-nige vorzüglich lieb die Pfauen-Insel. Mitten im Ha-velstrome, eine kleine Meile von Potsdam, gelegen; nachder Nord- und Südseite von bewachsenen Hügeln eingcschlosscn, im Westen mit der Aussicht nach Potsdam, im Ostenmit dem Blicke nach Spandau: beschattet von alten prächtigen Eichen; reich an größeren und kleineren, gut erhalteneu grünen Rasenplätzen: geschmückt mit Blumen, vorzüg-lich Rosen, und belebt von Thieren allerlei, größtentheils sel-tener Art, ist diese Insel ein lieblicher Aufenthalt, den inschöner Jahreszeit ein eigenthümlicher Zauber umfließt. Daskleine idcalisch gebaute, romantisch situirte Schloß athmet inseinen meist kleinen Gemächern eine ansprechende Vertrau-lichkeit, und die ganze Einrichtung bezeichnet die Bestimmungfür ein stilles, behagliches Familienleben. Die beiden Thürm-chen auf der höchsten Spitze sind, vermittelst einer im Freienschwebenden bequemen Brücke, mit einander verbunden, undvon hier aus das stille, friedliche Thal in seiner reichen Mannigfaltigkeit und Harmonie zu überschauen, gicbt eine Stimmung und gewährt einen Genuß, der erquickt und erhebt.

Alles auf der Insel, die etwa eine kleine Meile im Um-fange haben mag, trägt das sanfte Gepräge einer heiterenreichen Ruhe, die sich von selbst dem Gemüthe mittheilt, undJedem wird hier wohl um's Herz: die stille Einsamkeit undAbgeschiedenheit, die hier waltet, ist dennoch eine sanft belebte.