Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
481
Einzelbild herunterladen
 

dm Großen, und da auch der Vater des Kindes ein tap-ferer, vom Könige geschätzter General war, so concentrirteder Geistliche seine Wünsche sür den Täufling darin:nichtdaß er ein frommer Christ, sondern auch einst ein Held undder Ehre würdig werden möge, von Friedrich über der Taufegehalten zu sein." Als er nun aber gar, statt der vorgeschrie-benen Taufformcl:Ich taufe dich im Namen des Vaters,und des Sohnes und des heiligen Geistes" sagte:Friedrich!ich taufe dich im Namen Friedrich des Großen," tratdieser vor und sprach:Halt Priester! Er ist einNarr. Was? auf meinen Namen will Er däsKind taufen? Was hat es denn, wenn ichgestor -den bin? Taufe Er nach kirchlicher Vorschrift,oder ich lasse einen Andern holen."

Zitternd gehorchte der arme thörichte Mann.

Vortrefflich!" sprach der König,exccllent! Sehen Sie,so tief lag bei aller mißverstandenen Aufklärung doch dieEhrfurcht vor dem Göttlichen in seiner Brust und er ertrugsolche profane Caricatur nicht."

Der König sah nach der Uhr. Gegen Seine Gewohn-heit war es spät geworden. Er stand auf und entließ uns.Zu mir sagte Er noch besonders:Sic haben es als einenBeweis meiner Achtung und meines Vertrauens anzusehen,daß ich mich so umständlich über einen Gegenstand expecto-rirt habe, über den ich sonst nicht oft und nicht gerne rede.Können, wenn ich hier bin, mal wieder Ihren Weg nachSans-souci nehmen."