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sammenhaltende, leitende Hand, so tritt Willkühr ein, undWillkühr ist überall, im Staate, wie in der Kirche, dasSchrecklichste; sie säet, da sie keine Schranken mehr achtet,die Keime des Verderbens aus, alle Bande werden locker,und Auflösung ist die unvermeidliche Folge."
„Ich bin ein entschiedener Gegner jeder Hierarchie, weilsie dem Geiste des Christcnthums zuwider ist, und verabscheueihr despotisches Regiment; wenn aber die evangelische Kircheohne alles Regiment ist, und jeder Geistliche das Recht unddie Freiheit haben soll und haben darf, nach seiner subjecti-ven Ansicht und Willkühr die Sacramcnte zu verwalten,zu predigen und zu unterrichten, in der einen Gemeinde so,in der andern anders, so hört aller verknüpfender Zusam-menhang auf, und von einem Glaubens-Bekenntniß derevangelischen Kirche, was sie doch als solche haben muß,kann dann nicht mehr die Rede sein. Sie bewegt sich dannim Wechsel momentaner Zeit-Ideen, wählt und verwirft,bauet auf und reißt nieder und untergräbt damit den evan-gelischen Volksglauben. Die Kinder haben dann einen an-dern Glanben, als ihre Väter: häusliche Andacht und Fröm-migkeit hat keinen Einigungspunkt mehr; die gemeinsameöffentliche Andacht verliert allen Reiz, und die Kirche selbstalle bindende Kraft und Autorität. Bindende, zusammenhal-tende, gemeinschaftliche liturgische Formen sind daher nachdem Vorgange der Reformatoren ein wesentliches Bcdürfniß,wie jeder, so auch der evangelischen Kirche."
„Diese vorgeschriebenen Formen sind keinesweges dasWesentliche, aber sie sind das umschließende, bewahrende Ge-fäß der Sache, und diese verschwindet oft, wenn man jenes