Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
475
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diescr zart inne gehalten, so war es gut und man gefiel;wurde er aber übersprungen und urgirt, so trat Verfilmmung ein.

Absichtlich habe ich diese Anekdote von Voltaire hier er-zählt, weil, wie schon überhaupt bei jedem Menschen, so be-sonders bei einem Merkwürdigen Könige, es charakteristischist, ob, wie, und in welchen Grenzen, er scherzt und Scherzertragen kann, und es verbreitet dieser eine psychologischeZug Licht über die ganze Individualität.

Der König nahm dann aber wieder ernst das Wortund bemerkte, ,,wie irrig es sei, wenn fast allgemein ange-nommen würde, der Unglaube Voltairc's habe Friedrich an-gesteckt und zum Unglauben verführt. Wo der Unglaubedie herben Früchte sündhafter Leidenschaftlichkeit, der Bosheit,Habsucht, Selbstsucht, wie hier erzeugt, da kann er wohlwarnen und abschrecken, aber nicht verführen, und mußtedas sein, tief, edel und menschlich fühlende Herz des großenMannes verschließen. Er konnte es daher in seiner Atmo-sphäre nicht lange aushalten; er mußte ihn, bei aller Achtungfür seine geistigen Gaben, bei aller Freude über seinen uncrschöpflichcn Witz, geschmückt mit dem Zauber der Franzö-sischen Sppache, dennoch von seiner Person entfernen, zumsichtbaren Beweise, daß er seine praktischen Grundsätze des-avouirte. Ein gläubiger Christ war Friedrich allerdings nicht:aber mir ist, einzelne, sarkastische Einfälle abgerechnet, dochauch kein einziges Factum bekannt, wo er dem positiv-christ-lichen Glauben im Volke feindselig entgegen getreten wäre.Nielmehr hat er überall und in allen Fällen, wo ganze Ge-meinden über kirchliche Neuerungen sich beschwerten und na-