zählte er unter Anderem eine Affaire, bei Gelegenheit einesfeindlichen nächtlichen Uebcrsalls bis in's kleinste Detail. Nach-dem er ausgesprochen, sagte der neben ihm sitzende GeneralZiethen: „Halten Ew. Majestät zu Gnaden, so ist die Sachenicht gewesen: sie trug sich ganz anders zu." „Nun so er-zähle Er mal." Nachdem Ziethen den Hergang erzählt hatte,wurde der König unwillig und sagte: „Das ist nicht wahr;will Ers besser wissen, als ich?" „In diesem Falle ja, Ew.Majestät; denn ich selbst habe die Affaire gehabt und aus-geführt. Da eben sehe ich im Nebenzimmer den wachehabcnden Wachtmeister Krüger von meinem Regimcntc, derbei dieser Gelegenheit an meiner Seite brav gefachten hat.Wollen Ew. Majestät mir nicht glauben, so gestatten Sic,daß er, der nicht weiß, wovon eben die Rede ist, herantre-ten und die Sache erzählen darf." „Gut! dann wird Ershören."
„Mit festem Tritt, kühnem Blick und martialischem We-sen stand der herbeigerufene alte Husar neben dem Stuhledes Königs. Der König sah ihn wohlgefällig an: er hattedie Physiognomie und Haltung, das charakteristische Geprägeder damaligen großen Zeit. „Krüger, hast Du die und dieAffaire mitgemacht?" „Ja, Papa." „So erzähle mal!"und ganz einfach, doch beredt, erzählte er die Sache geradeso, wie Ziethen. Der König sah ihn verdrießlich an und sagte:„Krüger, Du lügst." Und der Husar trat näher heran,nahm die Gabel des Königs, fuhr damit in die vorstehendeSchüssel Fasanen, hielt den gespießten Fasan in die Höhe, mitden Worten: „Ich will den Tod in diesem Fasane fressen,wenn ich nicht die Wahrheit gesagt habe!" und rechts umkeh-rend ging er, unter dem lauten, beifallenden Lachen der gan-