„Wie er getrunken hatte und mir das Glas zurückgab,strich er saust mit seiner schon kalten Hand meine Wangenund sagte: ,,Gieb mir meine Beinkleider." Nachdem ich sieihm gereicht, befahl er mir, die Börse heraus zu nehmen.Er schenkte sie mir, mit den Worten: „Nimm das und einevon meinen Taschen-Uhren zum Andenken. Auch die daste-henden Flaschen Eap- und Ungerwein sind Dein. Ich habenun nichts Irdisches mehr nöthig." —
„Einige Stunden nachher starb der König. Es ist nichtauszusprechen, mit welcher Verehrung, Dankbarkeit, Liebeund Treue, der redliche Kammerdiener Heise an dem großenFriedrich hing. Die Anfangsworte einer Ode von Fischer:„Laß PiuS selig preisen, wen er will:
Mein Heiliger ist Er,"waren bei ihm eine stehende Redensart geworden, die er beijeder Gelegenheit hersagte. Ich hatte den Mann lieb undhabe ihn oft besucht, wo er mir denn immer von Friedrichdem Großen erzählte. Als ich ihm vor einigen Jahren aufseinem Sterbebette nach seinem Wunsche das heilige Abend-mahl reichte, mußte ich auf sein Verlangen den Kelch mitdem vom Könige ihm geschenkten und sorgfältig aufbewahr-ten Weine füllen."
„Diese Bonhomie des großen Königs sprach sich nochvollständiger, origineller und fröhlicher aus," bemerkte derObrist von Witzleben, „im Umgange mit seinen Soldaten,namentlich den Helden aus dem siebenjährigen Kriege, dieihn nur immer Papa Fritz nannten. Gern redete er bei Ta-fel von Schlachten und Siegen und gruppirte diese historisch-militairischen Gemälde lebendig zum Anschauen. So er-