Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
466
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erzählen. Aus dem Munde des vorhererwähnten Kammer-dieners Friedrichs habe ich über ihn »och mehrere Mitthei-lungcn einpfangen. Befehlen und gestatten Ew. Majestät,so werde ich sie vortragen." Der König nickte, mit demZusätze:Lassen Sie hören!"

Friedrich hatte, wie oft geschah, anhaltend gearbeitetund saß noch schreibend an seinem Pulte, als die Mitter-nachtsstunde schon geschlagen hatte. Der hcreintretende Kammcrdicncr Heise, der bei dem Königlichen Vertrauen, das erbesaß, sich mehr erlauben durfte, wie ein Anderer, erinnertedaran, daß es schon spät und Zeit zur Ruhe sei. Der Kö-nig sagte:Ich habe da eine wichtige Arbeit vor, die keinenAusschub leidet. Wenn ich jetzt zu Bette gehen soll, so mußEr mich spätestens Morgen früh um 4 Uhr wieder wecken.Ich werde dann noch schläfrig sein, nicht aufstehen wollen,und ihn wieder wegschicken. Aber ich befehle Ihm, sich nichtabweisen zu lassen, und authorisirc Ihn, im Falle der Weige-rung, mir die Bettdecke abzuziehen. Hört Er? beim Ver-luste meiner Gnade!"

Mit dem Glockcnschlagc Vier trat der treue und furchtlose Diener herein und sah den König sanft und fest schlafen.Aber mit lauter Stimme weckte er ihn, und als der Königdie Augen aufschlug, sagte er:Es ist mir leid geworden: ichmuß noch zwei Stunden schlafen: komme Er um sechs Uhrwieder. Nun fort zum Zimmer hinaus!"Erinnern sich Ma-jestät an Ihren mir gegebenen Befehl und Ihre Drohung!"Schäker!" rief Friedrich,Er hört's ja, ich will nicht!"Majestät, Sie müssen," antwortete Heise, und zog damit dieBettdecke entschlossen weg. Nun stand der König auf, und