Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
464
Einzelbild herunterladen
 

Der König war von dieser Rede sichtbar ergriffen. Erstand auf, reichte dein wackern christlichen General die rechteHand, legte die linke auf seine Schulter und sprach bewegt:Glücklicher Ziethen! möchte auch ich es glaubenkönnen! Ich habe allen, Respect vor SeinemGlauben. Halte Er ihn fest; es soll nicht wiedergeschehen."

Eine tiefe feierliche Stille trat ein. Keiner hatte denMuth, ein Wort zu reden. Und da nach einer solchen ern-sten Sccne auch der König keinen schicklichen Uebcrgang zueinem anderen Gesprach finden konnte, hob er die Tafel,wenngleich erst in der Mitte derselben, auf, und gab dasEntlassungszcichen. Ziethen aber reichte er die Hand mit denWorten:Komme Er mit in mein Cabinet."

Vortrefflich," sagte der König,ganz vortrefflich! Habedas noch nicht gekannt. Die Mittheilung ist mir lehrreichund angenehm. Wenn man doch auch wüßte, was derKönig und Ziethen, wie sie nachher allein waren, mit einan-der gesprochen haben. Hat Ihnen der Kammerdiener dasnicht auch erzählt?" Ich mußte das verneinen, mit demBemerken, daß er wahrscheinlich dabei nicht gegenwärtig ge-wesen sei : doch noch hinzugefügt habe: daß der König seit die-ser Zeit mit der größten Aufmerksamkeit und Zartheit denalten Ziethen behandelt, fortwährend ihn bei sich gesehen, undnach dessen Tode, wie er mit der Moralität der Armee we-niger zufrieden war, wiedcrholcntlich geäußert habe:Meinalter Ziethen hat doch Recht gehabt. Gebt mir die Armeewieder, die ich im siebenjährigen Kriege hatte."