Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
461
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man hat mehr daraus geschlossen und gefolgert, als darinliegt. Solche Witze geistreicher Köpfe sind durch äußere zu-fällige Umstände, namentlich bei frohen Gastmählern, herbeigeführt, momentan auffliegende Impulse, die ankommen, wiedas Niesen, und man widersteht dem Reize des Ausprustensnicht. Der Reiz wird vermehrt durch die Lacher, und sokönnen oft gerade die tiefsten, ernstesten Männer, wenn sieeinmal in einer humoristischen Stimmung sind, sich vergessenund sich gehen lassen. Es amüsirt, Witzfunken zu streuen undgeistige Blitze zu schleudern, und man achtet es in solchem far-bigen Phantasienspicle nicht, wenn die Wahrheit lächerlich ge-macht und manches edle Herz verwundet wird. Aber es istdamit nicht so ernst gemeint: Alles kommt dabei auf Zeit,Ort, Umstände und Umgebungen an, und dcrselbige witzigeSpötter, der am Abend im Genüsse der Tafclfreudcn infroher Gesellschaft höhnte und scherzte, wird das am Mor-gen in einer ernsten Stunde nicht vermögen, vielmehr be-reuen, sich so vergessen zu haben. Ist das nicht schon oftauch den Beste» begegnet L Man darf, will man billig undgerecht sei», den Menschen, namentlich große Männer, nichtnach einzelnen abgerissenen Acußerungen in unbewachten Au-genblicken bcurtheilen und richten, in ihrer Ganzheit undfortgehenden permanenten Lebensstimmung und Richtungmuß man sie würdigen."

Der große Luther würde oft sehr klein erscheinen, wennman ihn nur nach seinen Tischreden beurtheile» wollte. WasFriedrich, oft von lächerlichen Contrasten gereizt, an der Ta-fel und bei sonstigen Veranlassungen Unehrcrbietiges undProfanes gesprochen, hat die Welt erfahren und, wie sie nunist, entweder daran ihre Freude gehabt, oder ein Aergerniß