Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
459
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wegte, legte man ihm enge, drückende Fesseln an; und Zwangertrug er nicht. Der Unterricht, den er im Christcnthumerhielt, war, was ich nicht tadeln will, wenn es aufdie rechte Art geschehen wäre, nach dem Lehrbegriff der re-formirten Kirche abgemessen, und von festen, schroffen Schran-ken umschlossen. Der ganze Zuschnitt war nach dem Geisteder damaligen Zeit, nicht so sehr unterrichtend, als vielmehrpolemisch. Diese intolerante Polemik, die es sich heraus-nahm, den Himmel und die Hölle öffnen und verschließenzu können, that seinem Geiste, damals schon mit dem Stu-dium der Wolsschen Philosophie beschäftigt, kein Genüge, undsein Herz blieb dabei unberührt. So kam es, daß ihm dieGrunddogmcn unserer Kirche zuwider wurden, und er um soweniger ihnen Geschmack abgewinnen konnte, je mehr er ge-zwungen wurde, sie nach dem Katechismus auswendig zu ler-nen. Je mehr er aus kindlichem Respect sich äußerlich zufügen schien, desto mehr widerstrebte sein Inneres. Wennseine aufstrebende Kraft in unbewachten Augenblicken diese lä-stigen Fesseln abwarf, so erbitterte die darauf folgende Strafe,die oft in unwürdige Züchtigung überging, ihn noch mehrund sammelte in seiner Seele den Zunder des Hohnes undSpottes. Jeden Morgen mußte er mehrere Capitel in derBibel ohne Auswahl und Erklärung als sein Pensum aus-wendig lernen und sonntäglich in der Garnisonkirche langeund sterile Predigten hören. In seinen nächsten Umgebun-gen fand er eine tiefe, ängstliche Bencralivn für den Cultus;aber er sah auch, daß gerade diejenigen, welche solche geradeam Lautesten im Munde führten und als Fromme geltenwollten, am Wenigsten es waren, und sich sündhafte Aus-schweifungen, Ränke und Spitzbübereien erlaubten, und La-stern stöhnten, die selbst das Heideuthum vcrurtheilt. Dieß