447
Einsamkeit sucht und liebt, einen sanften, wohlthuendenEindruck. Das Auge ruhet gern auf diesen von Heerdenbelebten, grünen Flächen und es wehet daher der sanfteHauch friedlicher Abgeschiedenheit. Es wird ruhig in derBrust und man möchte gern länger dableiben. Das Dorfselbst ist heiter, hat wohlerhaltcne Bauernhäuser und inseiner Mitte eine höher gelegene Kirche, wohin angenehme,mit Bäumen bepflanzte Wege führen. Die Bauern-Fami-lien, die hier wohnen, sind durch die Güte des Königs wohl-habend, man sieht's ihnen an, daß es ihnen wohlgehet, undihre Kinder, in einer guten Schule unterrichtet, bewegen sichgesittet, gesund und fröhlich umher. Das Königliche Amts-haus, von einem Amtsrathe bewohnt, verkündiget Wohlhabenheit und gicbt das angenehme, volle, lebendige Bild einergesegneten Landwirthschaft.
Auf einem der schönsten Punkte, der Kirche gegenüber,liegt das Königliche Schloß, einfach und schmucklos, wieviele Edellcute und Gutsbesitzer es reicher, besser und geräu-miger haben: doch fehlt nichts, was Bequemlichkeit und Be-haglichkeit sich wünschen mag. Ein heiterer Garten- undSpeisesaal steht auf dem Hofe in der Nähe der Gewächs-häuser und das Ganze umzieht, in verschlungenen, schattigenWegen, in Aus- und Fernsichten und kräftigen Baumgrup-pcn, ein schön angelegter und gut erhaltener Park. Nament-lich ist eine stille Grotte in der Nähe einer Brücke, undmit dem Anblick der nahen Wiesen und ihren still einher-schreitenden Störchen bildet sie eine vertrauliche Ruhestätte,in der man gern über Vergangenheit nachdenken lind träu-mend an ihrem Bilde hangen mag. Die Singvögel derUmgegend, beschützt und genährt vom Hofgärtncr, wählen