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später, bci Gründung der Universität, als Professor der Theo-logie. Er lehnte Beides ab, weil er sich berufen fühlte,Franke's unsterblichen milden Stiftungen, denen er als Di-rector vorstand, und an welche ihn heilige Bande, auch dieder Verwandtschaft, knüpften, nahe zu bleiben. Als Stände-Mitglied des neu errichteten Wcstphälischcn Königreichs, undoft als Dcputirter in Kassel anwesend, dem Könige Hiero-nymus, seinen Minister», und vor Allen dem Johannes Mül-ler nahe, hatte er vielfach Gelegenheit, seiner Vaterstadt Halleund ihren wissenschaftlichen Instituten nützlich zu werden;und daß er ihnen nützlich geworden, mit redlichem, lebendi-gem, uneigennützigem Eifer sich für sie verwandt, und Vie-les, was dem Verderben und Untergange nahe war, gerettethat, das hat der Erfolg an den Tag gelegt und ist factischaus den Acten erwiesen.
Aber Niemeyer hatte das Loos aller ausgezeichnetenMänner; ihr Name geht durch gute und böse Gerüchte, siewerden geliebt und gehaßt, verehrt und verhöhnt, gelobt undgetadelt, erhoben und in den Staub getreten. Man beschul-digte Nicmeycr einer zweideutigen Tergiversation in einer un-würdigen Annäherung an die neue Napoleonische Dynastie;man klagte ihn laut und öffentlich an, daß er zum Untergangedes Pädagogiums zu Kloster Berge und zur Vernichtung derUniversität Helmstädt seine Hand geboten und daß er vorzüglichdieß barbarische Werk verschulde. Als er nun vollends vomKönige von Westphalen Hieronymus den Orden der West-phälischen Krone empfing und, angethan mit diesem Schmuck,stattlich einherschritt, wurden seine Gegner noch bitterer, undselbst seine vom Kaiser Napoleon decrctirte Deportation nachFrankreich vermochte nicht, sie zu versöhnen, vielmehr sahen