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sie in dieser Gcfangennchmung und Wegführung die ver-diente Strafe der Eitelkeit und Zweizüngigkeit.
Niemcyer hat damals viel leiden müssen; aber die hei-tere, immer frische Lebensansicht, der frohe Muth, der glück-liche Humor, die poetische Stimmung, die klare Auffassungaller vorkommenden Dinge, das stille, fromme Gottvcrtraucn,die rege Empfänglichkeit für alle milden, wohlthuenden Ein-drücke, die vereint in der Beschreibung seiner Depvrtations-Reise athmen, leben, und so erheiternd ansprechen, beweisen amBesten den inneren Frieden seiner Seele und eines ruhigenSelbstbewußtseins. — Die Zeit der Selbsttäuschung undVerblendung war längst bei ihm vorüber und er, durch vieleErfahrungen gegangen, damals ein Mann bereits in denFünfzigern.
Der König, unzugänglich für Verleumdungen und An-schwärzungen, theiltc die nachtheiligcn Urthcilc der Gegnerüber Niemcyer nicht, vielmehr hielt Er die vortheilhaste Mei-nung von ihm fest. Als nach glorreich beendigtem KampfeAlles wieder in seine vorigen, geordneten, glücklichen Verhält-nisse zurücktrat und neues Leben gewann, schenkte der KönigNiemcyer Sein voriges, volles Vertrauen wieder, und bestä-tigte dessen zur Zeit der Zwinghcrrschaft empfangene Würdeals Kanzler der Universität Halle. Ganz vorzüglich aberbcthätigte Er ihm Sein Wohlwollen für alles das, was erin der unglücklichen Zeit durch sieben schmerzvolle Jahre fürdie Erhaltung der Frankesschcn Stiftungen gethan und gelit-ten hatte.
Des Königs Frömmigkeit sympathisirte mit dem bi-