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tete ich, „ist sie doch erst seit gestern." Der König, dicht dane-ben stehend, die Kaiserinn am Arme, sah mich mißbilligendan, winkte und schüttelte mit dem Kopfe. Ich hatte SeinZartgefühl, dem alles zur Schall tragen zuwider war, ver-letzt. Als nun aber die Kaiserin» fragte: „Wie so? Seitgestern?" mußte ich antworten: „Des Königs Majestät haben,um das Andenken an Ihrer Kaiserlichen Majestät erfreulicheund beglückende Gegenwart uns um so unvergeßlicher unddauernder zu machen, die Kirche so schön schmücken lassen."
Mit dem lieblichen Ausdruck der Ucberraschung und desfrohen Erstaunens sah die hohe Frau den König an, und inbewegter Stimme flössen aus ihrem Herzen die Worte: „Nein,lieber, thcurer Freund, das ist zu viel. Sic thun doch im-mer mehr, als man denken kann und erwarten darf. Wiegut sind Sie! Wie kann und soll ich so viel Liebe undGüte vergelten? Ewig bleibt Ihnen mein Herz dankbar fürdiese selige Stunde."
Der König, sichtbar gerührt, verbeugte sich, und wolltein der, besonders im Umgange mit Frauen, Ihm im höch-sten Grade cigcnthümlichen Anmuth der Kaiserinn die Handküssen. Sie gestattete aber solches nicht, sondern breitete,ihrem bewegten Herzen folgend, beide Arme aus und um-armte den König. Die ganze Gemeinde war dessen Zeugeund eine allgemeine srohe Rührung ergriff alle Anwesende.
Nach einer langen, stillen Pause, deren Bedeutung Je-der fühlte, traten die hohen Herrschaften in das Sarg-Ge-wölbe Friedrich des Großen. Hier gedachten sie der Zeit,wo in mitternächtlicher Stunde im Jahre 1805, den 4. No-