mütterlichen Herzen gewiß wohlthun, wenn sie jetzt gleichgemeinschaftlich, an heiliger Stätte, Gott die Opfer desDanks brächten und seinen Segen in vereinten Gebetenerflehten. Nichts konnte der hohen frommen, bewegten Frauwillkommener sein, als eine solche, ihrer Stimmung ganzangemessene Aufforderung: aber sie hatte keine Ahnung vondem, was geschehen würde.
Sichtbar war sie erstaunt und überrascht, als sie imVortritt sämmtlicher Geistlichen vom Könige in die König-liche Loge zu ihrem reich geschmückten Sessel, demselben,welchen einst die unvergeßliche Königinn Luise eingenommen,und bis dahin noch nicht wieder benutzten Sitze, geführt, diegroße Kirche mit Menschen angefüllt sah und ein sanftesOrgclspiel, mit Blase-Instrumenten, sie empfing. Sämmt-liche Geistlichen hätten sich inzwischen vor den Altar gestelltund die Gemeinde sang das Lied:
Dir dank' ich für mein LebenGott! der du mir's gegeben,
Ich danke dir dafür.
Du hast von Huld bewogenMich aus dem Nichts gezogen,
Durch deine Güte bin ich hier u. s. f.
Prediger. Friede sei mit Euch Allen!
Chor. Und mit seinem Geiste.
Prediger. Gnade, Friede und Freude sei mit Allen,die Jesum Christum und seine Erscheinung auf Erden liebhaben. Amen.