Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
129
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Andächtige, christliche Zuhörer! Was in diesem köstli-chen, heiligen Augenblick unser Herz ansprechen und bewegensoll, dürscn wir nicht erst suchen: bei einer ehrenvollen Ver-anlassung, wie sie nur selten erscheint; unter Umständen, wiesie Wenige erleben und welche erlebt zu haben man sich Glückwünscht; an dem heitersten, gcmüthvollstcn Tage des Kirchen-jahrs, am heiligen Abend des Christfestes, zur stillen Andachthier an heiliger Stätte außerordentlich versammelt, kommtuns von selbst die holde Stimme entgegen, mit welcher derHimmel die große, selige Stunde begrüßte, in der JesusChristus, der Heiland der Welt, geboren wurde, die Stimme,welche alles Heil und allen Segen in sich schließt: Friedeauf Erden!

Denn nicht dieses oder jenes einzelne Land, nicht diesesoder jenes Volk umfaßte ausschließungsweise der Errettungs-plan des göttlichen Erlösers; sein tiefer, ernster, milder Blickwar auf den Erdkreis gerichtet, mit der Barmherzigkeit sei-nes himmlischen Vaters trug er das ganze menschliche Ge-schlecht im Herzen, „in ihm sollen alle Völker derErde, vom Ausgange bis zum Niedergange derSonne, gesegnet werden." An keine Verschiedenheitdes Himmelstrichs, der Sprachen, Sitten und Gebräuche, deräußeren Negierungsform und Verfassung ist die Wohlthatgeknüpft, die er uns zugedacht hat, und die er aus seinerGnadenfülle uns geben kann und will. Nein, sie schließt sichunmittelbar an die inneren, höheren Bedürfnisse des Geistes,Herzens und Gewissens, die überall, bei aller äußeren, nochso großen Verschiedenheit, doch bei allen denkenden und füh-lenden Menschen in allen Ständen und Verhältnissen diesel-ben sind.

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