Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
124
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gekannt, er hat sich große Verdienste erworben und ich ehresein Andenken."

Der zarte, sittliche Wahrhcitssinn des Königs war sorege, sein und eindringend, daß Er auch die versteckteste In-sinuation, wenn sie eine unwahre, oder wohl gar boshafte Bei-mischung hat, gleich herausfühlte und dann sofort kurz abwies.Schmeichler, Heuchler, Lügner, Verleumder, Anschwärzer,Tuschler und ihre Jntrigucn konnten bei Ihm nicht aufkom-men und Terrain gewinnen. Vielleicht hat es nie einen Hofgegeben, wo der redliche, rechtschaffene, frcimüthige Mannso wenig irgend einer Connexion und Hofgunst bedurfte, umsich in dem Vertrauen des Königs, wenn er es einmal be-saß, für immer zu erhalten, als den Seinigcn. Ruhig gingman bei Ihm aus und ein; der Unbefangene, Harmlose, warder Freieste und Glücklichste, denn Er selbst blieb sich- immergleich, und behqxrschte Seine Umgebungen durch Seine ganzePersönlichkeit, ohne es selbst zu wissen.

Die größte Freude machte es dem Zartsinne des Königs,wenn Er die, welche Er liebte, überraschen und inungeahnter Weise erquicken konnte. Dieser Uebcrraschunggab Er gern überall, wo es anging, einen religiösen Charak-ter, und damit eine höhere Weihe. Eine Seme dieser Artbildete Er im Jahre 1818 in der Hofkirche zu Potsdam, dieso voll von Geist und Gcmüth war, daß sie Allen, welcheihr beiwohnten, unvergeßlich geworden ist und es wohl ver-dient, der Vergessenheit entrissen zu werden.

In dem genannten Jahre 1818, wo noch alle Herzenvoll waren von den erhebenden Eindrücken der damaligen