Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
121
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gange sich je eine Vertraulichkeit erlaubt, die mit der König-lichen Würde nicht vereinbar gewesen wäre. Allen Redlichenund Aufrichtigen war in Seiner Nähe wohl: aber Alle hieltEr doch auch in ihren Schranken, nicht durch ein imponi-rendcs Wesen, sondern in der stillen Gewalt, welche dasharmonische Uebergewicht Seiner ernst-milden sittlichen Naturerzeugte.

Der General von Köckcritz, der zu meiner Gemeindegehörte und dessen Umgang mich erfreute, hat mir ojt ge-sagt, daß er in dem vieljährigcn vertrauten Umgange mitdem Könige nie Etwas an Ihm gesehen und bemerkt, nie irgendein Wort von ihm gehört, welches auch nur einen Augen-blick die tiefe, respektvolle Achtung vor Ihm hätte mindernkönnen. Zartsinn, der Alles, was ehrbar und lieblich ist undwohllautet, umsaßt, sei der Lebcnstact gewesen, aus dem Ernie gefallen. Er hatte Seinen treuen, bewährten Freund anseinem Jubelfeste gehoben, wie er nur gehoben und geehrtwerden konnte; Er hatte ihm Sein ganzes, volles Herz aus-geschüttet, es blieb weiter nichts mehr zu thun übrig, — unddoch sieht man in diesem Reichthum nirgends eine Diffusion;bei der heitersten Tafelsrcude hört man kein petulcntes Wort,keinen zweideutigen Scherz, und der letzte zurückbleibendeEindruck ist immer vermehrte Achtung und Liebe.

Darin lag es auch, daß Sein Alles umfassender Zart-sinn etwas ungemein Vornehmes hatte, worin man nur dasKönigliche erblickte, welches Allem feste Umrisse und Gren-zen gab.

Ein hoher Staatsbeamter, der Ihm und dem Landewesentliche Dienste geleistet hatte und Ihm deßhalb wcrth