Das Band, welches Beide, den König und den Gene-ral von Köckeritz, verknüpfte, schloß sich mit den Jahren im-mer fester und empfing eine Innigkeit, in der sich eine reineFreundschaft entwickelte, wie sie in diesem Bcrhältnisscselten stattgefunden haben mag. Sie bestand die Probe schwe-rer Leiden und läuterte sich in ihrem heißen Feuer. Köckeritzbegleitete den König nach der Sein Reich zertrümmerndenSchlacht von Auerstädt 1806 auf Seinem Kreuzwege nachKönigsberg, und ertrug mit Ihm alle Schrecken und Drang-sale dieser verhängnißvollen Zeit. Treu stand er Ihm zurSeite unter diesen Schicksalsschlägen und seine Charakter-Reinheit, Ruhe und Milde wirkte tröstend auf das Herz desKönigs. Er war Sein täglicher Tischgcnosse und aß mitIhm nun auch das Thräncnbrod.
Im Jahre 1809 kehrte er mit dem Könige von Kö-nigsberg nach Berlin und Potsdam zurück und theilte balddarauf mit voller Seele den bitteren Schmerz über den Todder Königinn. So war die Zeit gekommen, in welcher derbetagte, ehrwürdige, biedere Mann sein öOjährigcs Dicnst-jubiläum erreichte. Er bedurfte weiter keiner KöniglichenAuszeichnung: denn neben der mit vielen Orden geschmückten,hohen Würde eines General-Lieutenants besaß er das Besteund Höchste, was er sich wünschen konnte, — das Herz desKönigs!
Kein Freund von Ehrenbezeugungen und glänzendenFesten, vielmehr ihnen in seiner stillen Gemüthlichkcit über-all ausweichend, hatte er, die Ruhe des Alters liebend, sorg-fältig den Tag seiner 50jährigen Dienstzeit verschwiegen undahmte nicht, was der König, der ihn sich sorgfältig bemerkt,