Druckschrift 
1 (1842)
Entstehung
Seite
113
Einzelbild herunterladen
 

113

respcctvollcn Eindruck. Man sieht klar und deutlich, vonwelchen Gesinnungen, Vorsätzen und Zwecken die Seele desKönigs bei Seiner Thronbesteigung erfüllt war. Er kennt undsuhlt Seine große Bestimmung und ist fest entschlossen, ihreine Genüge zu thun; aber Er kennt auch die Welt unddie Menschen, ihre täuschende Außenseite, ihre Masken undegoistischen Bestrebungen. Er, damals 27 Jahre alt und vonder Thcilnahme an Rcgicrungsgcschäftcn fern gehalten, bedarfeines treuen, redlichen Rathgcbers; und Er hat ihn gefundenin einem Manne, der Ihm nahe stand und Seines Ver-trauens würdig war. Er ergießt Sein volles Herz vor ihm,ohne Rückhalt, kunstlos und aufrichtig. Demüthig fühlt Erauf der einen Seite die Beschränktheit Seiner Kräfte unddas Bcdürsniß der Hülfe, — und auf der andern Seite dochauch männlich und fest Seine Kraft und das Vermögen derSelbstständigkeit. Auch hier tritt, wie überall, der Grund-zug in Seinem Lebensbilde hervor, der immer gleichzeitigstets in einem Acte so wirket, daß man nicht weiß, ob manden Menschen in Ihm mehr lieben, oder den König mehrehren soll.

So war Er als Königlicher Jüngling, und nun vollendsals Mann und Greis, in der Reife Seines reichen, groß-artigen Lebens; dort die Blüthc, hier die Frucht, dort derAnfang einer welthistorischen Laufbahn, hier das schwer er-rungene Ziel und an demselben die Sterncnkrone der Unsterb-lichkeit. Ehre darum an Seiner Seite dem Manne, den Erim vollsten Sinne, wie vielleicht noch nie sonst geschehen, zuSeinem wirklichen Geheim rathe ernannte, und der sichin diesem ehrenvollen Vertrauen bis an sein Ende zu erhal-ten wußte.